Kritik am Abriss des «Schindler-Hauses»

Die Opposition gegen den Abbruch der alten Industriegebäude beim Bahnhof Haggen ist jetzt auch sichtbar: An der Fassade des «Schindler-Hauses» wird das Verschwinden von günstigem Gewerbe- und Kulturraum beklagt. Eine Petition brachte bislang nichts.

David Gadze
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Die Frage am «Schindler-Haus» richtet sich an Zürcher Steuerzahler. (Bild: David Gadze)

Die Frage am «Schindler-Haus» richtet sich an Zürcher Steuerzahler. (Bild: David Gadze)

Die Kritik am geplanten Abriss des «Schindler-Hauses» gegenüber des Bahnhofs Haggen reisst nicht ab. «Die BVK zerstört mit eurem Geld Handwerk-, Kunst-, Kultur-Räume – möchtet ihr das?» steht seit gestern mittag in grossen Buchstaben auf der Fassade des Gewerbegebäudes. Denn die BVK, die Pensionskasse des Kantons Zürich, plant anstelle des «Schindler-Hauses» und der angebauten Hallen eine neue Wohnüberbauung.

Keine Antwort auf Petition

Angebracht hat den Schriftzug Matthias Strupler, der mit seiner Schreinerei im «Schindler-Haus» eingemietet war und schon mehrfach Opposition gegen das Bauvorhaben betrieben hat. Strupler lancierte im vergangenen Jahr eine Petition gegen den Abbruch des «Schindler-Gebäudes». Innerhalb von drei Wochen sammelte er fast 650 Unterschriften. Diese reichte er Ende September zusammen mit einem Schreiben beim Stadtrat ein. Darin griff er verschiedene Fragen zu Quartierentwicklung und Verkehr auf. Er brachte auch die Idee ein, dass die Stadt den Kopfbau und die angebaute Sheddach-Halle von der BVK übernimmt, saniert und dem Kleingewerbe zur Verfügung stellt. Eine Antwort erhielt er bis heute nicht.

Strupler kritisiert auch, dass die Stadt die Abbruchbewilligung für die ehemaligen Industriegebäude erteilt habe, ohne dass das Baubewilligungsverfahren eingeleitet worden sei. Die Stadt spiele damit der BVK in die Hände und unterstütze den Abbruch auf Vorrat.

Letzter Rekurs zurückgezogen

Patrizia Adam erklärt, der Stadtrat habe mit der Antwort warten wollen, bis das Rechtsverfahren abgeschlossen sei. In der vergangenen Woche sei der letzte Rekurs, der beim Kanton gegen die fast 300 negativen Einspracheentscheide der Stadt eingegangen war, zurückgezogen worden. «Die Antwort auf die Petition und das Schreiben von Matthias Strupler wird spätestens nach den Sportferien verschickt», versichert Adam.

Einzelheiten zum Inhalt der Antwort könne sie nicht vorwegnehmen, da diese noch vom Gesamtstadtrat abgesegnet werden müsse. Die Baudirektorin weist jedoch darauf hin, dass der Gestaltungsplan für das Bauprojekt im vergangenen Februar vom Stadtparlament abgesegnet worden sei. «Die Stadt hat also kaum noch Handlungsspielraum für allfällige weitere Anpassungen und Auflagen.»