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Kristallhöhlen-Mord ungeklärt

Der Doppelmord bei der Oberrieter Kristallhöhle jährt sich heute zum 30. Mal. Damals sind zwei Goldacherinnen verschwunden und erst Monate später tot aufgefunden worden. Der Fall bleibt ungeklärt.
Dominik Bärlocher
Mordopfer: Karin Gattiker (links) und Brigitte Meier sind zu einer Velotour aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. (Bild: Tagblatt-Archiv)

Mordopfer: Karin Gattiker (links) und Brigitte Meier sind zu einer Velotour aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. (Bild: Tagblatt-Archiv)

GOLDACH. Was in den letzten Tagen des Juli 1982 als mehrtägige Velotour begann, endete in einem der aufsehenerregendsten Verbrechen der Ostschweiz. Der Doppelmord, dem die 17jährige Brigitte Meier und die 15jährige Karin Gattiker zum Opfer fielen, beschäftigt bis heute. Was genau mit den beiden Teenagern aus Goldach geschah, ist ungeklärt. Fest steht aber: Am Samstag, 31. Juli 1982, wurden Karin Gattiker und Brigitte Meier zum letzten Mal lebend gesehen.

Nach Velotour verschwunden

Karin Gattiker, damals 15 Jahre alt, und ihre 17jährige Freundin Brigitte Meier wollten auf einer dreitägigen Velotour die Ostschweiz erkunden. Am ersten Tag der Reise führte sie der Weg über St. Gallen nach Herisau, wo die beiden Teenager die Grossmutter von Karin Gattiker besuchten. Dieser berichten die Mädchen von einem Mann, der ein Foto von ihnen geschossen habe. Bis heute ist der Fotograf unbekannt, er hat nie auf Aufrufe der Polizei reagiert. Die Nacht verbrachten Gattiker und Meier in der Jugendherberge in Schwende.

Am nächsten Tag brachen sie zu einer Velotour durch das Appenzellerland auf. Sie wurden im Laufe des Tages dabei beobachtet, wie sie am Ufer der Sitter kochten und ihre Kleider wuschen. Tags darauf stand bereits die Rückreise auf dem Programm. Karin Gattiker und Brigitte Meier wollten über das Rheintal nach Goldach zurückkehren. Sie fragten in der Jugendherberge Schwende nach der besten Route und bekamen den Weg über Eggerstanden und Oberriet empfohlen.

Am Mittag werden sie zum letzten Mal von einem Autofahrer lebend gesehen. Sie seien an einer Kreuzung gestanden, schienen sich verirrt zu haben. Der Autofahrer nahm am Abend denselben Weg zurück. Er sah die Velos der beiden Goldacherinnen am Wegrand stehen. Von den Mädchen fehlte aber jede Spur. Am Abend – als die Mädchen nicht zu Hause in Goldach ankamen – wurden sie bei der Polizei als vermisst gemeldet.

Suchaktion ohne Erfolg

Zu Anfang ging die Polizei nicht von einem Verbrechen aus. Eine Theorie lautete, dass die Mädchen vor einem Gewitter Schutz gesucht hatten und dann verunfallt waren. Als eine Flugblattaktion in Oberriet keinen Erfolg brachte, wurde eine grossangelegte Suche eingeleitet. Etwa 50 Polizisten wurden mobilisiert; der Einsatz galt als bis anhin grösste Suchaktion in der Geschichte der St. Galler Polizei. Unweit der Fundstelle der Velos befindet sich die Kristallhöhle. Die gesamte Umgebung wurde durchsucht, die unmittelbare Umgebung der Höhle allerdings kaum. Doch die Mädchen blieben unauffindbar.

Wanderer findet Tote

Am 9. August 1982 sprach der Goldacher Gemeindepräsident Hans Huber erstmals öffentlich davon, dass von einem Verbrechen ausgegangen werde und nicht mehr von einem Vermisstenfall. Die Suchaktion ging weiter, die Goldacher Feuerwehr wurde beigezogen, 150 Personen waren im Einsatz. Doch Brigitte Meier und Karin Gattiker blieben verschwunden. Die Suchaktion wurde erfolglos beendet.

Der 2. Oktober 1982 – neun Wochen nach dem Verschwinden der Mädchen – brachte Gewissheit: Brigitte Meiers Leiche wurde nahe der Kristallhöhle gefunden. Sie lag am Fusse eines steilen Abhangs. Karin Gattiker wurde in einer kleinen Höhle etwa 25 Meter vom Fundort Meiers entfernt gefunden. Gattikers Leiche lag auf Steinen und wirkte fast so, als ob sie aufgebahrt worden sei. Entdeckt hatte sie ein Wanderer, dem starker Verwesungsgeruch aufgefallen war. Die Todesursache bleibt unbekannt, zu weit war die Verwesung an beiden Körpern fortgeschritten. Fest steht, dass Brigitte Meiers Schädel eine Fraktur aufwies. Ob diese zum Tod geführt hat oder ob sie beim Sturz den Abhang hinunter entstanden ist, bleibt ungewiss. Von einem Gewaltverbrechen wird aber ausgegangen, da die Opfer sorgfältig bei der Kristallhöhle versteckt worden waren. Spuren gab es keine, Zeugen meldeten sich kaum. Der Mörder der beiden Mädchen wurde nie gefasst.

Fall «ad acta», aber unvergessen

Die Kantonspolizei St. Gallen hat den Fall laut Mediensprecher Hanspeter Krüsi zu den Akten gelegt. «Der Fall bleibt aber unvergessen», sagt er. Jede neue Spur, jeder Hinweis und jedes Indiz werde weiterhin aufgegriffen. «Dies auch wenn der Fall verjährt ist», fügt er an. Denn die Verjährung, das sei Sache der Staatsanwaltschaft. Die Polizei ermittle unabhängig davon.

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