Krimis, Kamasutra und Co.

RORSCHACH. Für den Tag der offenen Tür in der neuen Bibliothek Rorschach-Rorschacherberg hat sich Bibliothekar Richard Lehner etwas Besonderes einfallen lassen. Schauspieler der Theatergruppe Sinnflut geben ausgewählte Texte zum besten.

Michel Burtscher
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Geben die Texte aus den Büchern zum besten. Zwei Schauspieler der Theatergruppe Sinnflut. (Bild: Michel Burtscher)

Geben die Texte aus den Büchern zum besten. Zwei Schauspieler der Theatergruppe Sinnflut. (Bild: Michel Burtscher)

Es riecht nach neu, nach Farbe, wenn man die Treppe zur Bibliothek Rorschach-Rorschacherberg hochläuft. Das ist nicht erstaunlich, denn sie ist an ihrem neuen Ort im Treppenhaus in Rorschach erst seit rund eineinhalb Wochen geöffnet (Ausgabe vom 18. Februar). Und bisher läuft es gut: «Wir haben schon viele interessierte Besucher gehabt während dieser Zeit», sagt Bibliothekar Richard Lehner. Am Samstag kamen am Tag der offenen Tür noch einige mehr hinzu.

Besondere Lesungen

Für diesen Tag hatte sich Lehner etwas Besonderes einfallen lassen: Lesungen. Doch nicht klassische Lesungen. Er hat dafür die Rorschacher Theatergruppe «Sinnflut» engagiert. Jetzt stehen und sitzen am Samstag also sieben Schauspielerinnen und Schauspieler kurz nach zehn Uhr morgens in der Bibliothek und lesen. Sie sind auf die verschiedenen Räume auf den zwei Stockwerken verteilt. Manchmal lesen sie zusammen, manchmal alleine. Die Besucher bleiben stehen und hören den Geschichten zu. Es sind kurze Auszüge aus Büchern, meist nur ein paar Seiten. Im oberen Stockwerk wird aus einem Krimi vorgelesen, in der Kinderecke aus dem Buch «Tiger küssen keine Löwen». Ein kleines Mädchen und seine Mutter lauschen gespannt. Zwei- bis dreimal habe sie den dreiseitigen Text zu Hause durchgelesen und geübt, erzählt die Schauspielerin.

Blick auf Rorschach

Jeder Schauspieler hat mehrere Texte vorbereitet, drei oder vier. «Damit es für die Vorleser und die Zuhörer nicht langweilig wird», sagt Regisseurin Kristin Ludin. Ausgewählt hat die Texte Richard Lehner, insgesamt sind es 30. «Ich habe Bücher aus allen Genres genommen.» Jeder Bereich der Bibliothek sollte vertreten sein. Es hat sogar ein Buch über Kamasutra. Um dieses hätten sich alle gerissen, sagt Ludin lachend.

Während gelesen wird, führt Richard Lehner auch immer wieder Besucher durch die zwei Stöcke der Bibliothek. Zeigt alle Räume. Vorbei an den über 10 000 Medien. Vorbei an Sachbüchern, Romanen, Krimis und Kinderbüchern. Vorbei an den gemütlichen Leseecken. Im Lesesaal im oberen Stock zeigt er auf zwei leere Bücherregale und sagt: «Hier gibt es bald alle Bücher, die je über Rorschach geschrieben wurden.» Immer wieder verweist er auf die Aussicht aus den Fenstern. «Ein neuer Blick auf Rorschach. Aufs alte Rorschach.» Vielen Besuchern gefalle das. Darum habe man die Aussicht auch nicht verstellt.

Auftakt zu mehr

Für die Theatergruppe «Sinnflut» ist die Lesung in der Bibliothek der Auftakt zu grösseren Projekten: «Diesen Herbst spielen wir ein neues Stück im Café Schnell in Rorschach», sagt Kristin Ludin. Und im Sommer 2015 folgt «das Highlight»: Ein grosses Freilichttheater auf dem Gelände des Schlosses Wartegg. «Das Stück wird von einer Autorin speziell für uns geschrieben», erzählt Ludin. Erzählt werden wahre Geschichten aus dem Schloss.