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KRIMINALSTATISTIK: Mehr Gewalt im Kanton St.Gallen

Im Kanton St.Gallen ist es im vergangenen Jahr zu deutlich mehr schweren Gewaltdelikten gekommen. Diebstähle und Einbrüche hingegen wurden weniger verzeichnet.
Eine der schlimmsten Bluttaten im vergangenen Jahr auf St.Galler Kantonsgebiet ereignete sich beim "Starbucks" in der Stadt St.Gallen. (Bild: Elisabeth Reisp)

Eine der schlimmsten Bluttaten im vergangenen Jahr auf St.Galler Kantonsgebiet ereignete sich beim "Starbucks" in der Stadt St.Gallen. (Bild: Elisabeth Reisp)

24'545 Straftaten sind im vergangenen Jahr im Kanton St.Gallen erfasst worden. Das sind 4,3 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Damit liegt der Kanton St.Gallen – wie auch der Kanton Thurgau - im landesweiten Trend: Die Zahl der Straftaten nimmt in der Schweiz seit Jahren kontinuierlich ab.

Drei vollendete Tötungsdelikte

Zu einer Zunahme der Straftaten kam es im Kanton St.Gallen im Bereich der Delikte gegen Leib und Leben: Waren 2016 diesbezüglich noch 782 Delikte registriert worden, waren es im vergangenen Jahr 874, was einer Zunahme um zwölf Prozent entspricht. Augenfällig ist diesbezüglich insbesondere ein Anstieg der versuchten Tötungsdelikte von 8 auf 15. Die vollendeten Tötungsdelikte hingegen haben von fünf auf drei abgenommen:

  • 29. April 2017: Tötungsdelikt in Sargans; vor einem Clublokal kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männern;
  • 4. August 2017: Angriff in der St.Galler Marktgasse; der Täter greift einen im Aussenbereich des "Starbucks" sitzenden Mann an; im Rahmen einer Rangelei ersticht der Mann sein Opfer.
  • 16. Oktober 2017: Tötungsdelikt in Bazenheid; zwischen zwei Brüdern kommt es im elterlichen Einfamilienhaus zum Streit; der Täter sticht mit einem Küchenmesser auf seinen Bruder ein - .
Bild: Elisabeth Reisp/Christoph Renn
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Bild: Elisabeth Reisp/Christoph Renn
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9 Bilder

Messerangriff in der St.Galler Markgasse


Bei den Fällen von schwerer Körperverletzung kam es im Kanton St.Gallen zudem zu einer Zunahme von 21 auf 25 Straftaten.

Mehr Exhibitionismus, weniger Drohungen gegen Beamte

Eine Zunahme um acht Prozent gab es im Kanton St.Gallen des Weiteren bei den Delikten gegen die sexuelle Integrität. Die Fälle von sexuellen Handlungen mit Kindern nahmen von 47 auf 50 zu, und es wurden 29 (Vorjahr: 23) Vergewaltigungen registriert. Es kam zudem zu 13 (Vorjahr: 7) Fällen von Exhibitionismus. Abnehmende Tendenz hingegen hatte – anders als im nationalen Vergleich - der Bereich Gewalt und Drohung gegen Beamte (153 Fälle zu 187 im Vorjahr). Abgenommen haben auch die Vermögensdelikte.

Unterschiedliche Aufklärungsquoten

Bei den versuchten und vollendeten Tötungsdelikten kann die St.Galler Kantonspolizei auf eine Aufklärungsquote von 100 Prozent verweisen. Stefan Kühne, Leiter der Kriminalpolizei, zeigte sich darüber enorm stolz. "Dieser Erfolg basiert einerseits auf einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen sämtlichen Abteilungen der Polizei und andererseits auf einer zielorientierten Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft", so Kühne.

Ganz anders sieht die Aufklärungsquote naturgemäss bei Einbruchdiebstählen und Sachbeschädigungen aus – hier blieben weit über zwei Drittel der Delikte auch im vergangenen Jahr ungeklärt.

Insgesamt lag die Aufklärungsquote bei 58 Prozent (Vorjahr: knapp 59 Prozent).

Auf dem Land ist es sicherer geworden

Wie Stefan Kühne vor den Medien weiter erläuterte, waren in den Landregionen bei den statistisch ausgewiesenen Straftaten ausschliesslich rückläufige Tendenzen zu verzeichnen. In der Stadt St.Gallen hingegen sind die Delikte nach Strafgesetzbuch um zehn Prozent auf 5051 Straftaten gestiegen. "Diese Zunahme ist im Wesentlichen auf einen Anstieg der Diebstähle und der Sachbeschädigungen zurückzuführen", sagte Kühne.

Ausländeranteil in der langjährigen Norm

Als allgemein aktivste Altersgruppe treten bei den Beschuldigten insbesondere männliche Personen im Alter von 20 bis 29 Jahren in Erscheinung. Der Ausländeranteil der Beschuldigten im Bereich der Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch lag 2017 bei 51,1 Prozent, was in der langjährigen Norm liegt. "Hoch liegt der Ausländeranteil vor allem im Bereich der Diebstähle", sagte Stefan Kühne

Generell hielt Stefan Kühne fest, die Anzahl der Delikte möge zwar über die Jahre abgenommen haben, insbesondere in den Bereichen Diebstähle und Einbrüche. Die Erfahrunge zeige jedoch, dass die Komplexität der Delikte steige. Hintergrund: In der Vielzahl der Delikte falle ein hoher Bearbeitungs- beziehungsweise Auswertungsaufwand im Bereich digitaler Arten an. Gleichzeitig steige die Anzahl derjenigen Delikte, bei denen Mittel der digitalten Medien verwendet würden, so Kühne. "Eine spezialisierte Fachgruppe, die sich der Bekämpfung der Cyberkriminalität widmet, existiert jedoch weder bei der Staatsanwaltschaft noch bei der Kantonspolizei St.Gallen und muss dringend geschaffen werden", sagte Kühne. (dwa)




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