Kriemlers kaufen Bankgebäude

ST.GALLEN. Die UBS hat die Liegenschaft an der Neugasse 54 verkauft. Mit den neuen Eigentümern, den Brüdern Kriemler, ist der markante Neurenaissancebau wieder in St.Galler Besitz. Die Bank bleibt als Hauptmieterin im Gebäude.

Elisabeth Reisp
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Das Bankhaus an der Neugasse 54 wurde zwischen 1889 und 1891 erbaut. (Bild: Ralph Ribi)

Das Bankhaus an der Neugasse 54 wurde zwischen 1889 und 1891 erbaut. (Bild: Ralph Ribi)

Die Immobilie an der Neugasse 54 gegenüber dem Broderbrunnen gilt als Liebhaberobjekt. Für ein Renditeobjekt sei es schlicht zu teuer, hiess es in Insiderkreisen, als im vergangenen Herbst die Verkaufsabsichten der UBS bekannt wurden. Als Liebhaber haben sich die Textilunternehmer Albert und Peter Kriemler zu erkennen gegeben.

Ein emotionaler Kauf

Tatsächlich gibt Peter Kriemler «emotionale Gründe» für den Erwerb des Prunkbaus an. Es sei ein prägnanter Bau und in seiner Gestalt sehr schön erhalten. Zudem fand bis 1946 in dessen Untergeschoss die Textilbörse statt – die Kriemler-Familie führt das Modeunternehmen Akris seit 1922. Im Erdgeschoss des Bankpalastes wirtschaftete seit jeher eine Bank.

Mit dem Kauf durch die Textilunternehmer ist das Gebäude nun in Familienbesitz. «Wir werden das Haus mit Würde betreiben und pflegen», versichert Peter Kriemler. Über den Kaufpreis schweigen sich die Brüder Kriemler und die Bank aus.

Albert Kriemler (Bild: Hannes Thalmann)

Albert Kriemler (Bild: Hannes Thalmann)

Peter Kriemler (Bild: Ralph Ribi)

Peter Kriemler (Bild: Ralph Ribi)

Noch vor Weihnachten gekauft

Im Grundbuch ist seit 19. Dezember die Wildegg Immobilien AG als Besitzerin eingetragen. Albert und Peter Kriemler haben diese Firma erst Ende Mai des vergangenen Jahres gegründet. «Aus rechtlichen Gründen», sagt Peter Kriemler. Die Immobilie soll nicht ins private Vermögen gelangen, aber auch nicht einer der bestehenden Firmen zugeordnet werden. Die Gründung der Wildegg Immobilien AG habe aber nichts mit dem Kauf der UBS-Immobilie zu tun, sagt Peter Kriemler.

Keine Wohnung über der Bank

An der Nutzung werde sich nichts Wesentliches ändern, sagt Kriemler. Die UBS bleibe Hauptmieterin. «Sowohl die Bank als auch das Schuhgeschäft haben langfristige Verträge.» Es seien nur Restflächen auf den Markt zu bringen, sagt Kriemler. Diese werden aber nicht in Wohnungen umgebaut. «Aus Sicherheitsgründen ist dies nicht sinnvoll, im Haus befindet sich schliesslich eine Bank.»

Der Bankpalast gilt als bedeutendster Neurenaissancebau in der St.Galler Altstadt und ist im Inventar der schützenswerten Bauten aufgeführt. Erbaut wurde das Gebäude zwischen 1889 und 1891. Im Jahr 2013 erfuhr es die letzte grosse Renovation. Im Sinne des Corporate Design passte die UBS die Geschäftsstelle optisch den anderen Filialen an.

Ab 2016 nur noch die Hälfte

Mit dem Verkauf des Gebäudes sei kein Wegzug geplant, sagte die UBS-Medienstelle bereits im Herbst gegenüber dem Tagblatt. Die Ausschreibungsbestimmungen beinhalten eine Sale-Lease-Back-Klausel. Bis Ende 2015 will die Bank auf der bisherigen Fläche als Mieterin in der Liegenschaft bleiben. Ab 2016 sollen gemäss Verkaufsbedingungen allerdings nur noch die betriebsnotwendigen Räume auf etwa der Hälfte der bisherigen Fläche bis 2025 zurückgemietet werden. Die UBS-Medienstelle sagte damals: «Mit dem Verkauf ist kein Arbeitsplatzabbau verbunden.» Die UBS verkauft das Haus im Rahmen der aktiven Bewirtschaftung ihres Immobilienportfolios.