Kreisgericht St.Gallen bestätigt früheres Urteil

ST.GALLEN. Das Kreisgericht St.Gallen hat einen ehemaligen Geschäftsführer der Vidamed AG schuldig gesprochen. Wegen gewerbsmässigen Betrugs mit Wasserschutzkissen wurde er zu einer bedingten Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren verurteilt.

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Das Kreisgericht St.Gallen verurteilt einen Mann wegen gewerbsmässigen Betrugs mit Wasserschutzkissen. (Bild: Sam Thomas)

Das Kreisgericht St.Gallen verurteilt einen Mann wegen gewerbsmässigen Betrugs mit Wasserschutzkissen. (Bild: Sam Thomas)

Weil das Gericht im Februar 2007 ein Abwesenheitsurteil gefällt hatte, hatte der Angeklagte die Möglichkeit, ein Begehren um Neubeurteilung zu beantragen. Was er auch tat.

Zur Neubeurteilung Ende September war der Angeschuldigte aber erneut nicht erschienen. Auf Antrag seines Verteidigers wurde er vom Gericht dispensiert. Nun liegt das Urteil vor, wie das Kreisgericht St.Gallen am Dienstag auf Anfrage der SDA erklärte.
Der ehemalige Vidamed-Geschäftsführer ist wegen gewerbsmässigen Betrugs und falschen Anschuldigungen zu einer bedingten Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren und eine unbedingte Geldstrafe von 150 Tagesansätze à 100 Franken verurteilt worden. Die Probezeit beträgt drei Jahre. Die Geldstrafe sowie eine Ersatzforderung von 350 Franken werden an die Geschädigten ausbezahlt.

Betrügerischer Handel
Die Vidamed AG betrieb in den 1990er-Jahren europaweit einen betrügerischen Handel mit Wasserschutzkissen. Sie stellte ihren Kunden, vor allem kleinen Handwerkerbetrieben, einen lukrativen Nebenverdienst in Aussicht und gaukelte ihnen ein Vertriebssystem in Zusammenarbeit mit Feuerwehren und auch mit Versicherungen vor.

Den Käufern wurden jeweils weit mehr Kissen untergejubelt als sie wollten. Die Wasserschutzkissen erwiesen sich als teure Ladenhüter. 82 Geschädigte reichten Strafklage ein. Der Deliktsbetrag belief sich auf knapp 3 Millionen Franken.

Viereinhalb Jahre für Hauptangeklagten
Der Betrugsprozess gegen die ehemaligen Vidamed-Geschäftsführer hatte im Februar 2007 stattgefunden. Das Kreisgericht St.Gallen sprach drei Angeschuldigte des mehrfachen gewerbsmässigen Betrugs schuldig.  Der Hauptangeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der Mann handelte nicht nur als Chef der Vidamed AG betrügerisch, sondern ab 1999 auch als Kreditvermittler. (sda)

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