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KREISGERICHT: Milde Strafe für dreiste Gaunereien

Ein junger Schweizer hat zusammen mit einem Kollegen teure Uhren und andere Luxusgüter ergaunert. Oft operierte er mit ungedeckten Checks. Vor Gericht war er geständig und wurde milde bestraft.

Der 21-jährige Beschuldigte begann ab 2014 als erfolgreicher Geschäftsmann aufzutreten. In Tat und Wahrheit hatte er mit seinen diversen Firmenkonstrukten keinen finanziellen Erfolg. Er habe minime Gewinne in Höhe von einigen hundert Franken erwirtschaftet, heisst es in der Anklageschrift. Auch gelang es ihm nicht, für seine Geschäftsideen Investoren zu finden. Trotzdem schloss er unter seinen Firmennamen laufend Kaufverträge für Luxusgüter ab. Um die Vertragspartner zu täuschen, seine Gläubiger hinzuhalten und die Begleichung seiner Schulden zu verzögern, fälschte er Urkunden. Er gründete zudem einen «Club für Superreiche», der jedoch weder Mitglieder noch Kunden hatte und nicht operativ tätig war.

2015 eröffnete er bei einer Bank ein Konto und bestellte Bankchecks. Damit kaufte er Luxusuhren in Wert von 63000 Franken. Die Checks waren nicht gedeckt. Zusammen mit seinem Kollegen wiederholte er die Machenschaften bei zwei weiteren Uhrengeschäften. Die beiden Männer unternahmen auch den Versuch, bei einer Bank einen Check über 50000 Franken einzulösen, um an Bargeld zu kommen. Dieses Unterfangen misslang, da die Bank den Check als ungedeckt erkannte. Im Alleingang unterschrieb der Beschuldigte einen Kaufvertrag für ein Auto, das 330000 Euro kostete, und bestellte im Internet Möbel im Wert von 24000 Franken. Zudem erstellte er am Computer zwei gefälschte Lohnausweise, um an eine teure Attikawohnung zu kommen.

Der Angeklagte zeigt Reue

Er habe immer gedacht, irgendwann mit einer seiner Firmen zu reüssieren, erklärte er an der Verhandlung am Kreisgericht. Heute wisse er, damals sehr dumm und naiv gehandelt zu haben.

Der Beschuldigte habe seinen ausschweifenden Lebensstil mit Lug und Betrug erwirtschaften wollen, sagte die Staatsanwältin. Sie bezeichnete die kriminelle Energie als gross und beantragte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten. Der Verteidiger forderte verschiedene Freisprüche und eine bedingte Strafe von maximal 18 Monaten. Er machte Opfermitverantwortung geltend. Die Verkäufer der Luxusgüter hätten die Sorgfaltspflicht verletzt, da sie die Bonität der sehr jungen Leute nicht genügend überprüft hätten. Es handle sich um untaugliche Betrugsversuche, die leicht erkennbar gewesen seien. Dass die Verkäufer trotzdem darauf hereingefallen seien, sei geradezu grotesk.

Das Kreisgericht zeigte sich milde und ging sogar noch unter das Strafmass der Verteidigung. Es verurteilte den 21-Jährigen wegen Betrugs und sanktionierte ihn mit einer bedingten Freiheitsstrafe von 13 Monaten. Für die Dauer der Probezeit von vier Jahren muss er Bewährungshilfe in Anspruch nehmen. Zudem muss er eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 30 Franken bezahlen. Der Beschuldigte muss einen Viertel der Verfahrenskosten von rund 21000 Franken tragen, den Rest bezahlt der Staat. (cis)

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