Kreativ gegen Littering

GOSSAU. Seit Jahren macht sich Gossau für eine saubere Stadt stark. Derzeit werden unter dem Motto «Gossau räumt auf» Aktionen durchgeführt – inspiriert von Künstler Ursus Wehrli.

Gisela Tobler
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Schülerinnen der Maitlisek Gossau sammeln in der Nähe der Autobahnausfahrt Abfall ein. (Bild: Coralie Wenger)

Schülerinnen der Maitlisek Gossau sammeln in der Nähe der Autobahnausfahrt Abfall ein. (Bild: Coralie Wenger)

Neben der täglichen Reinigung durch den Unterhaltsdienst finden in Gossau regelmässig «Clean-up Days» statt, um das Stadtzentrum, die Quartiere und Wälder von Abfall zu befreien. Vergangene Woche war die Maitlisek am Werk. Ausgerüstet mit Sicherheitswesten, Gummihandschuhen und Abfallsäcken wurde dem Unrat zu Leibe gerückt. Als Dank für ihre Bemühungen gab es für die Mädchen einen Zvieri.

Diesmal hat die Aktion insofern Spass gemacht, als die Maitlisek am 14. Juni Besuch von einem prominenten Gast bekommt. Der Künstler Ursus Wehrli von Ursus & Nadeschkin wird die Mädchen am Nachmittag beim Aufräumen des Schulhauses auf seine Art unterstützen und am Abend mit seinem Soloprogramm «Kunst aufräumen» in Gossau auf der Bühne stehen. Seit Beginn des Jahres hat man bereits mehrere, von Ursus Wehrli inspirierte Aufräumaktionen durchgeführt. So wurden Fasnachtsmasken auf dem Schulhausplatz, Spielzeug in der Ludothek, Holz auf dem Erlenhof, farbige Flaschendeckel im BBC und zuletzt Parlamentsmitglieder und Stadträte im Fürstenlandsaal sortiert und fein säuberlich aufgereiht.

Nicht mit dem Zeigefinger

«Wir wollen dem Abfallproblem nicht mit erhobenem Zeigefinger und Druck zu Leibe rücken», sagt Daniel Schöbi, «sondern die Bevölkerung mit ausgefallenen Ideen und einem Augenzwinkern sensibilisieren.» Der ausgebildete Umweltingenieur ist Projektleiter der Arbeitsgruppe Littering, die von der Stadt Gossau Anfang 2009 ins Leben gerufen wurde. Mit dabei sind Stadtrat Stefan Lenherr, Alfred Felix (Bereichsleiter Jugendarbeit), Armin Lengwiler (Stadtwerke und Entsorgung), Hanspeter Meile (Leiter Unterhaltsdienst), Simone Bürke (Pfadi St. Georg) und Trudi Weibel als engagierte Gossauerin. Sie treffen sich etwa viermal pro Jahr, um unter dem Motto «Gossau räumt auf» neue Ideen zur Vermeidung von Littering zu entwickeln.

Jugend einbeziehen

Der Auftakt zur umfangreichen Sensibilisierungskampagne fand am Maimarkt 2009 statt. «Wir haben grosse Drahtgitterkörbe mit leeren PET-Flaschen, Metalldosen und Altglas gefüllt, um die Problematik zu veranschaulichen», erinnert sich Daniel Schöbi, «dazu informierten wir mit Plakaten und verteilten Ballone.»

Ausserdem wurde ein Grossbehälter lanciert, der rund einen Kubikmeter Abfall fasst und seither an Veranstaltungen eingesetzt wird. Die gesamte Abfall-Infrastruktur wurde erneuert und der Reinigungszyklus angepasst, mit besonderem Augenmerk auf Schlüsselstellen wie Tankstellenshops, Bahnhof, Schulhausgelände, Buchenwald und Hirschberg. «Wichtig ist vor allem, auch die Jugend mit einzubeziehen», betont Schöbi. In den Schulen erteilt Pusch (Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz) Umweltunterricht, und in Zusammenarbeit mit der IG Saubere Umwelt werden Plakataktionen und Litteringbotschafter eingesetzt.

Dranbleiben

Die Stadt Gossau unternimmt grosse Anstrengungen, um den öffentlichen Raum sauber und aufgeräumt zu halten. «Unser ergänzendes Engagement wird wahrgenommen und geschätzt», freut sich Daniel Schöbi, «denn wir beschränken uns nicht nur auf ein schön formuliertes Leitbild, sondern machen Nägel mit Köpfen.» Ganz besonders schätzt er, «dass wir immer Leute finden, die mitmachen». Gemeinsam sei schon viel erreicht worden, «aber Littering ist ein Dauerthema, und man muss auf jeden Fall dranbleiben.»