Kostentransparenz bei der VRSG

Stadtpersonal soll sparen Ausgabe vom 1. April 2015

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War das ein Aprilscherz für das Stadtpersonal? Als Bürger bin ich auch klar für eine schlanke Verwaltung und sorgsamen Umgang mit den Steuern. Aber vielleicht spart man beim Stadtpersonal am falschen Ort. Vielleicht sollte man dort sparen, wo es Potenzial hat, beispielsweise bei den Informatik-Ausgaben. Entgegen den Empfehlungen der Wettbewerbskommission werden der VRSG, also der verwaltungseigenen IT-«Firma», jedes Jahr ohne Konkurrenzofferten Millionen überwiesen. Das sind versteckte Subventionen, gehört doch die VRSG der Stadt und den Gemeinden und sitzen im Verwaltungsrat mit Ausnahme des Präsidenten nur Stadträte, Gemeindepräsidenten und ein Gemeinderat.

Was kostet diese «Übung»? Stichproben haben ergeben, dass die St. Galler Gemeinden beispielsweise für die Programme der Finanzbuchhaltung und Lohnabrechnung der VRSG jährlich fast das Dreifache zahlen wie gleich grosse Städte und Gemeinden in anderen Kantonen, die solche Leistungen im freien Markt einkaufen. Dies ist nicht verwunderlich, weil seit Jahrzehnten niemand ausschreibt. Die neue Lohn-Software der VRSG, die offenbar auch Anlass für die Abschaffung von Lohnzulagen ist, hätte man bei der Stadt wahrscheinlich um einiges günstiger beschaffen können. Aber es scheint, dass man lieber beim Stadtpersonal spart, als auf Subventionen an die VRSG verzichtet. Es ist Zeit, die Informatik-Beschaffung bei der VRSG transparent zu machen.

Michael Rufer

Gertschwil 360, 9212 Arnegg

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