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Korea vor der Trennung

Das Historische und Völkerkundemuseum eröffnet morgen Freitag seine neue Sonderausstellung «Poesie der Farben». Sie zeigt die Kunst und das Leben im alten Korea.
Christoph Renn
Bunte Ausstellung: Kuratorin Jeanne Fichtner zeigt die Feinheiten der koreanischen Malerei. (Bild: Hanspeter Schiess)

Bunte Ausstellung: Kuratorin Jeanne Fichtner zeigt die Feinheiten der koreanischen Malerei. (Bild: Hanspeter Schiess)

Christoph Renn

christoph.renn

@tagblatt.ch

Schwere, fein geschmückte Uniformen, Portraits und Schmuckboxen, die teurer sind als deren Inhalt: Die koreanische Kultur ist im Unterschied zu China und Japan im Westen wenig bekannt. Selten sind koreanische Objekte in Museen ausserhalb der Halbinsel zu finden. Dies ändert das Historische und Völkerkundemuseum mit der Ausstellung «Poesie der Farben», die morgen Freitag mit einer Vernissage eröffnet wird. Mit dabei ist auch der südkoreanische Botschafter Sankyu Lee.

Die Sonderausstellung zeigt seltene koreanische Kunstschätze aus verschiedenen Privat- und Museumsbeständen der Schweiz sowie aus der eigenen Sammlung des Historischen und Völkerkundemuseums. Ein wichtiger Teil der Ausstellungsobjekte sind Leihgaben aus der Sammlung des St. Galler Unternehmers Max Hungerbühler. «Der 2003 verstorbene ehemalige Geschäftsführer der Papeterie Schiff war ein leidenschaftlicher Sammler asiatischer und moderner Kunst und mit der Koreanerin Yong-Suc Chyun verheiratet», sagt Kuratorin Jeanne Fichtner. Andere Stücke kommen aus der St. Galler Sammlung Kuster und von der Universität Zürich.

Alle Werke stammen aus der Zeit vor der Zweiteilung

Die farbenfrohe Ausstellung ist optisch an die südkoreanische Landesflagge angelehnt. Als «grosse Ewigkeit» wird die Farbkombination bezeichnet. Die Sonderschau zeigt jedoch keineswegs nur die Kultur und Kunst der Südkoreaner. Im Gegenteil. «Alle Objekte stammen aus der Zeit vor der Zweiteilung 1948.» So soll beispielsweise mit leuchtend gelben Lampions – sie erinnern an das jährliche Laternenfest in Seoul – die Lebensfreude der koreanischen Kunst und Kultur vermittelt werden. «Die Besucher erhalten dadurch einen anderen Eindruck des Landes, als das, was sie aus den Medien erfahren», sagt Fichtner. «Die aktuelle Politik spielt keine Rolle», ergänzt Museumsdirektor Daniel Studer. Auch wenn das Land momentan wieder oft in den Schlagzeilen stehe. Die Anlehnung an die südkoreanische Flagge sei deshalb unproblematisch, weil sie schon vor der Trennung des Landes auf alten Rempelwänden zu finden gewesen sei.

Rosarot ist eine sehr männliche Farbe

Die Ausstellung «Farben der Poesie» zeigt einen umfassenden Einblick in die 2000-jährige Geschichte Koreas. So sind nicht nur Malereien, sondern auch Möbel, Kleidungsstücke, Besteck und Kalligrafien zu sehen. Eines der Prunkstücke der Sammlung ist eine Opferschale mit Deckel und hohem Fuss. «Wir schätzen, dass sie aus der Zeit der Koryo-Dynastie stammt, die zwischen 918 bis 1392 an der Macht war», sagt Jeanne Fichtner. Auf den Portraits wird ersichtlich, wie sich die Koreaner traditionell kleideten und dass Hüte immer eine Rolle spielten. «So ist bekannt, dass Rosarot in Korea als eine sehr männliche Farbe gilt», sagt Fichtner. Die Ausstellung läuft bis am 10. Juni 2018.

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