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Konzerte und Kongresse in der Kirche

ST.GALLEN. Die Kirche St.Leonhard soll Event- und Kulturstätte werden. Der Winterthurer Kirchenbesitzer Giovanni Cerfeda plant, die Kirche zu unterkellern, um Platz zu schaffen für Bühnentechnik, Künstlergarderoben und Küche. Sobald der Umbau bewilligt ist, soll eine Kulturstiftung gegründet werden.
Jeanette Herzog
Der Vorplatz der Kirche St. Leonhard soll neu gestaltet werden für Wochenmärkte und Apéros. (Bild: Urs Jaudas)

Der Vorplatz der Kirche St. Leonhard soll neu gestaltet werden für Wochenmärkte und Apéros. (Bild: Urs Jaudas)

Neu ist die Idee ja nicht. Von einem Event- und Kulturzentrum in der Kirche St. Leonhard spricht der Winterthurer Eigentümer Giovanni Cerfeda schon seit Jahren. Jetzt scheint das Projekt aber langsam Formen anzunehmen. In der aktuellen Ausgabe des Kulturmagazins «Saiten» erklärt der Jenazer Kulturmanager Andres Valer, wie er und Cerfeda sich das Zentrum genau vorstellen: Es wird eine Bühne geben. Weiter planen sie, die Kirche zu unterkellern, für Toiletten, Technik, Künstlergarderoben, Lagerräume und eine professionelle Küche. Ein neuer Kirchenplatz soll entstehen und eingefasst werden, für Wochenmärkte des Quartiers und Apéros.

Umbaukosten noch unklar

Weitere bauliche Details wollen Valer und Cerfeda zu einem späteren Zeitpunkt kommunizieren. Die Aussenhülle der Kirche werde aber nicht angerührt, versichert der Kulturmanager. Wie viel der Umbau genau kosten wird, sei zum heutigen Zeitpunkt noch nicht definiert – genauso wenig wie die Geldgeber. Der Umbau soll ein Jahr dauern, Baubewilligung vorausgesetzt. «Wir sind bereits in Kontakt mit der Baubewilligungsbehörde und arbeiten an der Baueingabe.»

Dabei wird auch die Denkmalpflege ein Wort mitreden. Die Kirche St. Leonhard samt ihrer Umgebung ist geschützt. «Im Spannungsfeld der rechtlichen Rahmenbedingungen müssen wir die Interessen von Herrn Cerfeda abwägen», sagt Ernst Michel, Leiter Amt für Baubewilligungen. Sie seien derzeit in «sehr konstruktiven» Vorgesprächen. Am Freitag diskutiert die Baubewilligungskommission ein erstes Mal über das Anliegen.

Seit gut fünf Jahren leer

Der Winterthurer Architekt Cerfeda hatte die Kirche St. Leonhard im Jahr 2005 der Kirchgemeinde Centrum abgekauft. Zuletzt veranstaltete er das Musical «Sister Act», bis am 20. Dezember 2007 ein Brand im Dachstock beinahe die ganze Kirche zerstörte. Seither steht das neugotische Gebäude aus dem Jahr 1887 leer, wofür Cerfeda immer wieder kritisiert worden ist. Fassade und Innenraum sind mittlerweile saniert. Einzig der beim Brand zerstörte Boden ist bis heute nicht ersetzt worden. «Die Pläne für eine Unterkellerung bestehen seit langem», erklärt Valer. «Jetzt sind wir auf Kurs.» Die beiden arbeiten an Strategie, Kulturkonzept und operativen Plänen.

Raum für die freie Szene

Das Betriebskonzept basiert auf zwei Pfeilern: «Kultur getragen von Sponsoren und Events im Premiumsegment», sagt Valer. Die Kirche bietet 300 bis 400 Plätze, genug für kleine Kongresse, Diplomfeiern, Mitarbeiterschulungen, Konferenzen, Vereinsanlässe oder Hochzeiten.

Jazz, Klassik, Pop, aber auch freies Theater und Tanzaufführungen schweben Andres Valer auf Seiten der Kultur vor. Konzerte auf der renovierten Orgel in Zusammenarbeit mit den St. Galler Orgelfreunden könnte er sich vorstellen. «Ich bin daran, mich zu verlinken und den Kulturmarkt abzustecken.» Sein Zwischenfazit ist, dass gerade die freie Szene in St. Gallen zu wenig Raum hat. In Lokremise, Grabenhalle oder Tonhalle sieht er denn auch keine Konkurrenz, sondern eine Erweiterung.

Keine abgeschottete Anlage

Liegt die Baubewilligung vor, wollen Cerfeda und Valer eine Kulturstiftung mit Sitz in St. Gallen gründen. Fachleute und ausgesuchte Grosssponsoren sollen in der Stiftung Einsitz nehmen, auch eine «bekannte Kunsthistorikerin» sei mit von der Partie.

In einem Patronatskomitee planen sie zudem, die Anwohner einzubinden. Denn eines solle die Kirche St. Leonhard nicht sein: eine abgeschottete Anlage. Der Austausch mit den Anwohnern sei ihm wichtig, er spüre, dass das Interesse an der Kirche gross sei.

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