Konzert für 118 Kirchenglocken

In der Stadt St. Gallen wird ein aussergewöhnliches Projekt umgesetzt: 118 Glocken von 29 Kirchtürmen sollen im nächsten August gemeinsam eine Melodie erklingen lassen.

Philipp Landmark
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Musiker Karl Schimke und Komponistin Natalija Marchenkova bei einer Glocke der St. Galler Kathedrale. (Bild: Urs Bucher)

Musiker Karl Schimke und Komponistin Natalija Marchenkova bei einer Glocke der St. Galler Kathedrale. (Bild: Urs Bucher)

ST. GALLEN. Eine ausgefallene Idee wird nicht fassbarer, wenn sie zwei Menschen unabhängig voneinander in den Sinn kommt. Wenn sich die beiden zusammentun, kann das der Idee aber Schub verleihen. Dies ist bei Karl Schimke, Musiker im St. Galler Orchester, und Natalija Marchenkova Frei, Komponistin und Musikpädagogin in St. Gallen, der Fall: Gemeinsam realisieren sie das Projekt «Zusammenklang».

Im nächsten August werden 118 Glocken in der Stadt zusammen ein Lied spielen. Damit diese poetische Vision Wirklichkeit werden kann, ist viel Know-how und High-Tech notwendig. Denn der Schall braucht für die Distanz von einem Kilometer je nach Wetterbedingungen rund drei Sekunden, die Glockentürme liegen mehrere Kilometer auseinander. Es gilt also, theoretisch zu ermitteln, wann eine Glocke angeschlagen werden muss, dass sie zu einem bestimmten Zeitpunkt am Hörort bei Drei Weieren erklingt. Und dieses Wissen muss dann auch noch zuverlässig in der Praxis umgesetzt werden.

In Spezialisten der Software-Herstellerin Namics AG haben die Projekt-Initianten Partner gefunden, die sich als Problemlöser verstehen und die in Absprache mit der Firma Muff Kirchturmtechnik, deren Installationen in vielen St. Galler Kirchtürmen zu finden sind, Steuerungen für das Glockenkonzert entwickeln.

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 1. November.