Konzept für die Verkehrszukunft

Die Stadt St. Gallen hat gestern ihr Mobilitätskonzept präsentiert. Damit hofft sie, die Verkehrsentwicklung der kommenden Jahrzehnte nachhaltig gestalten zu können. Gewährleisten soll das ein Katalog verschiedener Massnahmen.

David Gadze
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Velo, Bus und Auto – im Bild auf der Zürcher Strasse in der Lachen – sollen mit dem neuen Stadtsanktgaller Mobilitätskonzept besser aufeinander abgestimmt werden. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Velo, Bus und Auto – im Bild auf der Zürcher Strasse in der Lachen – sollen mit dem neuen Stadtsanktgaller Mobilitätskonzept besser aufeinander abgestimmt werden. (Archivbild: Hanspeter Schiess)

Der Verkehr in der Stadt St. Gallen wird in den kommenden Jahren zunehmen. Diese Tatsache dürfte ebenso unbestritten sein wie die Erkenntnis, dass es für die Bewältigung des Verkehrswachstums Lösungen braucht. Gestern hat der Stadtrat aufgezeigt, wie er die Verkehrsentwicklung künftig steuern will. Er hat das Mobilitätskonzept 2040 präsentiert, das gleichzeitig die Antwort des Stadtrats auf ein Postulat von Roger Dornier und Werner Kühne (beide FDP) ist.

Keine Neuerfindung

Eine Neuerfindung ist das Mobilitätskonzept nicht. Es ist vielmehr eine Konkretisierung verschiedener Ansätze, die bereits in anderen Papieren zu finden sind. Eingeflossen sind sowohl Ziele als auch Massnahmen aus dem städtischen und dem kantonalen Richtplan, dem Agglomerationsprogramm St. Gallen/Arbon-Rorschach, dem städtischen Energiekonzept und dem Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung.

Das St. Galler Mobilitätskonzept basiere auf einer «Mobilitätsvision», sagte Baudirektorin Patrizia Adam gestern vor den Medien. Konkretisiert wird es durch eine Mobilitätsstrategie. Diese teilt sich auf drei Unterbereiche auf, die «drei V»: vermeiden, verlagern und verträglicher gestalten (siehe Zweittext).

Verschiedene Aspekte vereint

In der Mobilitätsvision hat die Stadt verschiedene Punkte definiert, welche als Basis für die Erarbeitung der Massnahmen dienten. Dabei handelt es sich nicht nur um rein verkehrliche, sondern auch um raumplanerische, ja sogar gesellschaftliche Aspekte. So sprach Patrizia Adam etwa von der «Stadt der kurzen Wege». Siedlung und Verkehr müssten besser aufeinander abgestimmt werden, ausserdem wolle die Stadt neue Wohnformen wie das autofreie Wohnen fördern.

Der öffentliche und der Langsamverkehr sollen gefördert und der motorisierte Individualverkehr plafoniert werden, sagte Adam. Es brauche aber auch ein Umdenken in der Bevölkerung. Die Wahl des Verkehrsmittels müsse auf die jeweilige Situation abgestimmt werden. «Kurze und mittlere Wege werden mit dem Velo oder zu Fuss zurückgelegt, längere mit dem öV.» Für den «auf das Auto angewiesenen Wirtschaftsverkehr» sollen «günstige Rahmenbedingungen» geschaffen werden.

Lenken und fördern

Was in der Theorie verheissungsvoll klingt, soll mit verschiedenen Massnahmen in die Praxis umgesetzt werden. Der Stadtrat hat einen ganzen Katalog von Punkten erarbeitet. Wie Peter Jans, Direktor der Technischen Betriebe, gestern an der Medienorientierung sagte, zählen dazu Massnahmen wie Mobility Pricing oder Road Pricing, aber etwa auch der Ausbau des Velonetzes.

Die Stadt will dabei auf lenkende und fördernde Massnahmen zurückgreifen. So will sie beispielsweise künftig auf Strassenausbauten für den motorisierten Individualverkehr verzichten, ausser diese seien «notwendig». Es brauche aber auch die Mithilfe der Agglomerationsgemeinden, sagte Patrizia Adam. «Sonst ist das Mobilitätskonzept nur halb so viel wert.»