Konflikte ums Kind sinnvoll lösen

An einem fünf Tage umfassenden Kurs lassen sich Tagesmütter der Region im Kolumbanszentrum für ihre Aufgaben ausbilden: Zwölf Frauen zeigen sich dabei ausserordentlich offen für konkrete Übungen und erhalten viele nützliche Inputs.

Peter Beerli
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Sind für ihre verantwortungsvolle Aufgabe gerüstet; Tagesmütter aus der Region Rorschach. (Bild: zVg)

Sind für ihre verantwortungsvolle Aufgabe gerüstet; Tagesmütter aus der Region Rorschach. (Bild: zVg)

Ein gutes Dutzend Frauen sitzen am Samstagvormittag im Zentrum Sankt Kolumban zusammen, um sich über Kommunikation orientieren zu lassen und sich konkret darin zu üben. Einige der Kursteilnehmerinnen engagieren sich seit vielen Jahren schon als Tagesmütter, andere lassen sich erst in diese Aufgabe einführen. Sie alle kennen sich seit Anfang Januar, zu einer Zeit, als der vom Verband Tagesfamilien Ostschweiz entwickelte Kurs in Rorschach begonnen hatte. Er umfasste fünf Tage. Kursleiterin Verena Merz verstand es gleich von Anfang an, die Frauen für viele konkrete Übungen in die Runde zu integrieren, ihnen viele nützliche Anregungen zu vermitteln.

Grundlage guter Gespräche

Die Pflege guter Gespräche mit den Eltern des Kindes und mit der Vermittlerin sind schon im Normalfall, besonders aber dann, wenn Missverständnisse oder gar Konflikte um das Kind aufzutauchen drohen, ausserordentlich wichtig. Verena Merz erinnerte daran, dass nicht allein mit Worten kommuniziert wird. Mimik, Gebärden und die innere Haltung sprechen mit. Ein Satz kann vom Sprecher ganz unterschiedlich gemeint sein, als er beim Empfänger ankommt. «Es hat kein Ketchup auf dem Tisch» etwa kann als blosse Feststellung gemeint sein, von der Empfängerin aber als Befehl, gleich solches zu holen, oder gar als Vorwurf verstanden werden. «Verzichten wir Frauen doch endlich darauf, immer zuerst unser Appell-Ohr in den Vordergrund zu stellen, alles als Befehl oder gar als Vorwurf zu verstehen», sagte Verena Merz. Sie betonte, dass eine akzeptierende Grundhaltung sich selbst und dem Partner gegenüber für jedes Gespräch wichtig ist. Nur eine konkrete Ausdrucksweise, das aktive Zuhören und die Bereitschaft zum echten Dialog helfen können, Lösungen zu finden, wenn Missverständnisse oder gar Konflikte um das Kind auftauchen sollten.

Die Würde des Kindes

An den vier vorangehenden Kurstagen waren die Tagesmütter über ihre Aufgaben und die Erwartungen der Eltern und der vermittelnden Organisation hingewiesen worden. Man erinnerte sie an die unantastbare Würde des Kindes, den verantwortungsvollen Umgang mit Grenzen und Zärtlichkeiten und vermittelte Inputs für die positive Gestaltung der Beziehung zum Tageskind.

Dem letzten Kurstag vom vergangenen Samstag wohnte auch Lidia Bollhalder aus Tübach als Gast bei. Als Geschäftsstellenleiterin der Regionalen Vermittlungsstelle für Tagesfamilien betonte sie, wie sinnvoll der Besuch solcher vom Verband für Tagesfamilien Ostschweiz (VTO) angebotenen Kurse ist.

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