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KOMMENTAR: Spanisches Klubhaus: Ein sinnvoller Kompromiss

Die Stadt St.Gallen will das Spanische Klubhaus sanieren, um dessen Bestand für die nächsten 15 bis 20 Jahre zu sichern. "Ein Abriss wäre zum jetzigen Zeitpunkt ebenso falsch gewesen wie eine teure Totalsanierung", schreibt Redaktor David Gadze in seinem Kommentar.
Das Spanische Klubhaus ist sanierungsbedürftig. (Bild: Urs Bucher)

Das Spanische Klubhaus ist sanierungsbedürftig. (Bild: Urs Bucher)

Das Spanische Klubhaus ist den Abbruchbaggern entkommen. Zumindest hat die Stadt mit ihrem Entscheid, das fast 130-jährige Gebäude behelfsmässig zu sanieren, das drohende Ende für die nächsten 15 bis 20 Jahre abgewendet. Und dieser Entscheid macht Sinn. Solange nicht geklärt ist, wie sich das Areal Hauptbahnhof Nord in diesem Zeithorizont entwickeln wird, wäre ein Abriss zum jetzigen Zeitpunkt ebenso falsch gewesen wie eine teure Totalsanierung.

Die eine Frage ist, ob das Spanische Klubhaus als Gebäude erhaltenswert ist oder nicht – und wenn ja, zu welchem Preis. Eine andere und ebenso wichtige Frage ist aber, ob es als Institution bewahrt werden soll. Der "Hogar Español" ist weit mehr als ein Zeuge aus alten Zeiten. Er ist ein Schmelztiegel verschiedener Schichten und Kulturen, der zusammen mit der Lokremise das Gebiet belebt. Als solcher funktioniert er jedoch nur, solange er niederschwellig ist und seinen Charakter bewahrt. Hätte sich die Stadt bereits jetzt für eine Totalsanierung entschieden und die Kosten von geschätzten 4,5 Millionen Franken auf den Mietzins abgewälzt, wäre dies das Aus für den "Hogar Español" in seiner heutigen Form gewesen. Die Mauern des Klubhauses hätte man dadurch bewahrt, den Geist nicht.

Mit dem Entscheid hat die Stadt die Frage nach der Zukunft des Spanischen Klubhauses also teilweise offen gelassen. Wie es weiter gehen wird, wenn es auch nach 20 Jahren weiter bestehen soll, steht in den Sternen. Die Verantwortlichen des «Hogar Español» bekommen jetzt aber Zeit und Gelegenheit zu zeigen, dass sie auch in einem neu bebauten und neu genutzten Areal Hauptbahnhof Nord eine Bereicherung wären. Ob man diese Bereicherung dereinst à fonds perdu dem Beitrag der öffentlichen Hand für eine Totalsanierung anrechnen kann und soll, wird die nächste Generation bestimmen müssen.

David Gadze
david.gadze@tagblatt.ch



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