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Kommentar: Mörschwil kann sich das leisten

Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion.

Daniel Wirth, Leiter Stadtredaktion.

Der Freihof ist seit der Jahrtausendwende ein Dauerbrenner in Mörschwil – geschehen ist nichts. Die ehemalige Wirtschaft im Dorfzentrum war schon oft der Grund für rote Köpfe in der St. Galler Agglomerationsgemeinde, in der der Metzger gleich viel Bresaola verkauft wie Fleischkäse. Ersatzloser Abbruch und Gestaltung eines Platzes, Abbruch und Ersatz durch den puristischen Bau «Moerswil» nach Plänen des Architekten Beat Consoni: Zweimal sagte die Bürgerversammlung deutlich Ja, und zweimal machten Einsprecher, das Baudepartement oder das Verwaltungsgericht dem Mörschwiler Souverän einen Strich durch dessen Freihof-Pläne.

Der Kredit für den Wettbewerb, aus dem «Moerswil» als das beste Projekt hervorging, kostete 150000 Franken. Auch die Rechtsanwälte, welche die Gemeinde in die Verfahren um die Freihof-Pläne schickte, verlangten ein Honorar. Schätzungsweise 200000 Franken dürfte der Freihof die Gemeinde nach dessen Erwerb gekostet haben – geschehen ist nichts.

Der Schutz des Ortsbildes war dem Baudepartement zweimal wichtiger als der Wille der Mörschwilerinnen und Mörschwiler, die den Freihof abreissen wollten. Der Gemeinderat verzichtete im Spätsommer 2017 darauf, den zweiten Rechtsstreit fortzusetzen. Dies in weiser Vorahnung, dass das Verwaltungsgericht den Entscheid des Baudepartements wohl geschützt hätte. Noch mehr Geld für Juristenfutter wollte der Gemeinderat nicht verbrennen. Die Gemeinde, die mit 75 Prozent den tiefsten Steuerfuss aller 77 Gemeinden im Kanton hat, hätte sich das leisten können – doch geschehen wäre nichts.

Dem jüngsten und dritten Antrag des Gemeinderates, den Freihof für 2,5 Millionen Franken zu sanieren, stimmten die Bürger von Mörschwil am Montag grossmehrheitlich zu. Von einem Votanten wurde prophezeit, auch dagegen werde es Einsprachen geben – dann geschähe wieder nichts.

Daniel Wirth
daniel.wirth@tagblatt.ch

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