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KOMMENTAR: Katzenjammer über die Post nützt nichts

31 Poststellen im Kanton St.Gallen droht die Schliessung. Ostschweiz-Redaktor Adrian Vögele schreibt in seinem Kommentar, im Thurgau und in Ausserrhoden sei die Bilanz sogar noch schlechter. "Die gute Nachricht: Die Post hat dazugelernt", schreibt er.
Die Post kommt wegen der drohenden Schliessung vieler Filialen nicht aus den Schlagzeilen. (Bild: GEORGIOS KEFALAS (KEYSTONE))

Die Post kommt wegen der drohenden Schliessung vieler Filialen nicht aus den Schlagzeilen. (Bild: GEORGIOS KEFALAS (KEYSTONE))

Die Katze ist aus dem Sack. Die Gespräche der Post mit den Ostschweizer Kantonen sind vorüber, die Pläne für den Umbau des Filialnetzes liegen auf dem Tisch. Die am Dienstag kommunizierten Zahlen zum Kanton St.Gallen sind einschneidend: 31 von 72 Poststellen werden "überprüft" - ihnen droht die Schliessung. Seit 2001 hat der Kanton damit 77 Prozent seiner Poststellen verloren. Doch Jammern nützt nichts. So erschreckend die Bilanz scheint: Im Thurgau und in Ausserrhoden ist sie sogar noch schlechter.

Die gute Nachricht: Die Post hat dazugelernt. Sie hat die Verhandlungen mit den Kantonen ernst genommen und etwa Informationen zur Siedlungsentwicklung verlangt. Das lässt hoffen, dass die wenigen künftigen Filialen am richtigen Ort sein werden. Auch hat die Post ihr Versprechen, offener zu kommunizieren, wahr gemacht. Doch ihr Hauptproblem ist damit nicht gelöst: Dass sie auf die Digitalisierung und die schrumpfenden Einnahmen reagieren muss, ist klar. Aber viele ältere Menschen sind mit den digitalen Dienstleistungen schon heute überfordert. Technisch Versierte können derweil noch nicht komplett auf die klassische Poststelle verzichten, weil die digitalen Services noch nicht weit genug fortgeschritten sind.

Viel wird in den kommenden Jahren davon abhängen, wie sich das Angebot in den Postagenturen entwickelt, die nun vielerorts die Poststellen ersetzen. Dort gibt es Luft nach oben. Dass manche Leute für die Einzahlung von Kleinbeträgen ins Auto steigen, um kilometerweit bis zur nächsten Poststelle zu fahren, ist unsinnig, auch aus raumplanerischer Sicht. Wenn die Post Geld einspart, das die Kunden dann für mehr Mobilität ausgeben müssen, beisst sich die Katze in den Schwanz.

Adrian Vögele
adrian.voegele@tagblatt.ch


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