KOMMENTAR: Jetzt muss Wolfgang Giella beweisen, dass er nicht nur Protestwahl war

Mit deutlichem Vorsprung hat Gossau Wolfgang Giella zum Stadtpräsidenten gewählt. "Der Unbelastete schaffte es, Hoffnung zu schüren. Nun muss Giella beweisen, dass er sich zum Stadtpräsidenten mit Profil entwickeln kann", schreibt Redaktorin Noemi Heule in ihrem Kommentar.
Die Gossauer haben Wolfgang Giella zu ihrem neuen Stadtpräsidenten gewählt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Gossauer haben Wolfgang Giella zu ihrem neuen Stadtpräsidenten gewählt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Wolfgang Giella ist das Meisterstück gelungen: Er zieht von Chur direkt ins Gossauer Stadtpräsidium ein. Eine Überraschung ist das nach dem Blitzstart im ersten Wahlgang zwar nicht mehr. Überraschend ist allerdings der Stimmvorsprung: Der parteilose Giella überflügelte seinen Konkurrenten Daniel Lehmann (CVP) mit über 1000 Stimmen. Das ist eine Bestätigung dafür, dass die Gossauerinnen und Gossauer tatsächlich einen Neubeginn wünschen. Und dass sie bereit sind, dafür einen Vertrauensvorschuss zu leisten.



Im Gegensatz zu Giella war Daniel Lehmann, der "Gossauer für Gossau", verankert, berechenbar und bekannt. Wohl zu bekannt. Scheiterte er doch daran, dass die Stimmbürger seine Schwächen kannten, vermeintliche und tatsächliche. Lokale Persönlichkeiten, die ihn eigentlich hätten stützen sollen, wandten sich gegen ihn. Lehmann setzte alles daran, Gerüchte um seine Person und Firma zu dementieren – und zementierte sie damit nur zusätzlich. Viele Stimmen für Wolfgang Giella, sind eigentlich Stimmen gegen Daniel Lehmann. Mit ihrem Kandidaten scheitert die ohnehin angeschlagene CVP und ihr Versuch, sich im Alleingang gegen alle Parteien zu behaupten.

Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Der unterlegene Daniel Lehmann. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)
Der unterlegene Daniel Lehmann (links) unterhält sich mit Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)
Renzo Andreani, Gemeindepräsident von Herisau (Mitte), im Fürstenlandsaal. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. Von beiden Kandidaten für das Gossauer Stadtpräsidium gewinnt Wolfgang Giella (parteilos) vor Daniel Lehmann (CVP). (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. Von beiden Kandidaten für das Gossauer Stadtpräsidium gewinnt Wolfgang Giella (parteilos) vor Daniel Lehmann (CVP). (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. Von beiden Kandidaten für das Gossauer Stadtpräsidium gewinnt Wolfgang Giella (parteilos) vor Daniel Lehmann (CVP). (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (links) (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella nimmt Gratulationen entgegen. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (links) (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsonntag im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)
Unterlegen: Daniel Lehmann. (Bild: Hanspeter Schiess)
Wahlsieger Wolfgang Giella. (Bild: Hanspeter Schiess)
Unterlegen: Daniel Lehmann. (Bild: Hanspeter Schiess)
Daniel Lehmann im Fürstenlandsaal Gossau. (Bild: Hanspeter Schiess)
Daniel Lehmann. (Bild: Hanspeter Schiess)
30 Bilder

Das Rennen um das Gossauer Stadtpräsidium



Während Lehmann an vergangenen Fehlern scheiterte, schaffte es Giella, der Unbekannte und damit Unbelastete, Hoffnung zu schüren. Zu Recht sind die Erwartungen nun entsprechend hoch. Giella fand Fürsprecher aus allen politischen Lagern - von SVP bis SP. Das gelang ihm auch deshalb, weil seine eigene politische Position stets schwammig blieb. Einst Mitglied der SP Graubünden, konnte er sich in Gossau auf keine Ortspartei festlegen.

Nun muss Giella beweisen, dass er nicht nur Projektionsfläche und Protestwahl war, sondern, dass er sich zum Stadtpräsidenten mit Profil entwickeln kann. Dafür muss er bereit sein, sich von den Erwartungen von links bis rechts zu lösen. Sie alle wird er nicht erfüllen können.

Noemi Heule
noemi.heule@tagblatt.ch

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