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KOMMENTAR: Grenzbereinigung im Bruggwald: Das emotionale Thema sachlich angehen

Im Schulstreit des Bruggwald-Quartiers will der St.Galler Stadtrat mit Wittenbach Gespräche über eine Grenzbereinigung führen. Das ist richtig, schreibt Stadtredaktor Reto Voneschen in seinem Kommentar. "Die historische Grenzziehung zwischen dem Heiligkreuz und Kronbühl ist alles andere als ideal."
Reto Voneschen
Bereits 2017 kam es zum Schulstreit im Quartier Bruggwald an der Grenze zwischen Wittenbach und St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Bereits 2017 kam es zum Schulstreit im Quartier Bruggwald an der Grenze zwischen Wittenbach und St.Gallen. (Bild: Ralph Ribi)

Das Verhältnis zwischen der Stadt St.Gallen und ihren Nachbargemeinden ist zwiespältig. Einerseits ist man aufeinander angewiesen und arbeitet in der Agglomeration bei verschiedensten Themen auch eng und gut zusammen. Anderseits ist St.Gallen den Alteingesessenen in den «Dörfern» am Stadtrand etwas unheimlich: Es ist allseits bekannt, dass die Stadt beispielsweise bei der Bevölkerungszahl oder beim Mangel an Bauland Probleme hat, die sie am elegantesten durch Fusion mit Aussengemeinden lösen könnte.

Reto Voneschen, Redaktor Stadt St.Gallen (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Reto Voneschen, Redaktor Stadt St.Gallen (Bild: Ralph Ribi (Ralph Ribi))

Für jene, die an ihrem «Dorf» oder auch einfach am tieferen Steuerfuss in ihrer Gemeinde hängen, ist eine «Heirat» mit der Stadt keine Option. Bereits der Gedanke daran weckt starke Emotionen. Diese Abwehrreflexe machen auch Diskussionen über Grenzbereinigungen zwischen der Stadt und einer Nachbargemeinde zu einem sensiblen Thema, insbesondere wenn es dabei nicht um ein paar Quadratmeter Wald und Wiesen, sondern um Wohngebiete – und damit automatisch um Steuereinnahmen – geht. Entsprechend hält sich die St. Galler Stadtregierung normalerweise mit öffentlichen Äusserungen zu Grenzfragen zurück. Angesagt sind in solchen Fällen Verhandlungen im stillen Kämmerlein.

Dass der Stadtrat sich im Fall des Schulstreits im Bruggwald nicht an diese Regel hält und öffentlich ankündigt, auf Wittenbach zuzugehen und die Grenzfrage diskutieren zu wollen, ist aber richtig. Einerseits darf man Wittenbacherinnen und Wittenbachern durchaus wieder einmal sagen, dass es da ein Problem gibt. Die historische Grenzziehung zwischen dem Heiligkreuz und Kronbühl ist alles andere als ideal. Eine Korrektur ist überfällig. Wobei Städterinnen und Städter anderseits zur Kenntnis nehmen müssen, dass Wittenbach sehr wohl das Recht hat, eine Kompensation für das Ziehenlassen guter Steuerzahler zu verlangen.

Der langen Rede kurzer Sinn: Eine Grenzbereinigung im Bruggwald kann nur ein gegenseitiges Geben und Nehmen sein. Und sie kann auch nur zustande kommen, wenn bei den dafür nötigen Verfahrensschritten bei allen Beteiligten und Betroffenen Emotionen und Vorurteile aussen vor bleiben, wenn also der Verstand und die Sachargumente regieren.

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