KOMMENTAR: Fall Wüst ist noch nicht ausgestanden

Der Druck ist zu gross geworden: Roman Wüst hat seine Ferienentschädigung in vollem Umfang an den Kanton zurückgezahlt. Insgesamt 220'000 Franken. Die öffentliche Meinung war einhellig: Das ist auch für einen vielbeschäftigten Generalsekretär überrissen. Wüst hat das verstanden.

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Andri Rostetter, Leiter Ressort Ostschweiz. (Bild: Ralph Ribi)

Andri Rostetter, Leiter Ressort Ostschweiz. (Bild: Ralph Ribi)

Der Druck ist zu gross geworden: Roman Wüst hat seine Ferienentschädigung in vollem Umfang an den Kanton zurückgezahlt. Insgesamt 220'000 Franken. Die öffentliche Meinung war einhellig: Das ist auch für einen vielbeschäftigten Generalsekretär überrissen. Wüst hat das verstanden. Und er hat gehandelt. Dafür gebührt ihm Respekt. Er hat damit mehr Klugheit und Gewissen gezeigt als Heerscharen von Managern, die selbst in Krisenzeiten fürstliche Saläre kassieren.

Für Wüst ist die Affäre damit ausgestanden. Nicht aber für die Regierung. Sie muss sich weitere Fragen gefallen lassen. Im Fokus steht insbesondere Heidi Hanselmann. Mittlerweile ist klar, dass die interne Kontrolle im Gesundheitsdepartement versagt hat. Hanselmann ist damit direkt verantwortlich für das horrende Ferienguthaben ihres Generalsekretärs. Sie gelobte zwar Besserung. Die entscheidende Frage ist aber nach wie vor nicht geklärt: Wie kam die Entschädigung überhaupt zustande? Hanselmanns Partei ist jeweils die erste, die bei goldenen Fallschirmen und versilberten Pensionen Zeter und Mordio schreit. Welcher Teufel hat die Gesundheitschefin geritten, als sie Wüst die Zahlung zusicherte?

Auch was die Rechtmässigkeit der Zahlung angeht, sind noch nicht alle Zweifel ausgeräumt. Die Regierung stellt sich auf den Standpunkt, dass die juristische Prüfung keinerlei Unregelmässigkeiten ergeben habe. Wohlan, dann spricht ja nichts dagegen, das Resultat dieser Prüfung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen! Oder ist der juristische Boden eben doch etwas gar dünn für 220'000 Franken Feriengeld?

Andri Rostetter
andri.rostetter@tagblatt.ch

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