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KOMMENTAR: Ein Klima der Kleingeistigkeit

Ein familienfreundlicher Anlass mit friedlicher Atmosphäre und ruhigen Konzerten – nicht einmal das ist in dieser Stadt also noch möglich. Das Weihern Open Air gibt den Kampf gegen die Behörden auf. Das ist schade für die ganze Stadt, denn das Festival hat die Kulturlandschaft bereichert.
Roger Berhalter
Das Weihern Open Air gibt den Kampf gegen die Behörden auf. (Bild: Ralph Ribi)

Das Weihern Open Air gibt den Kampf gegen die Behörden auf. (Bild: Ralph Ribi)

Ein familienfreundlicher Anlass mit friedlicher Atmosphäre und ruhigen Konzerten – nicht einmal das ist in dieser Stadt also noch möglich. Das Weihern-Festival gibt den Kampf gegen die Behörden auf. Das ist schade für die ganze Stadt, denn das Festival hat die Kulturlandschaft bereichert. Das Beispiel zeigt auch, wie restriktiv und mutlos St.Gallen geworden ist, wenn es um neue Kulturideen geht.

Es ist ärgerlich, dass die harte Hand des Staates ausgerechnet das Weihern-Festival trifft. Das Open Air war einzigartig in der Stadt, nicht zuletzt weil auch Familien willkommen waren. Nicht wenige Kinder haben am «Weihern» ihre ersten Konzerte erlebt und ihre Freude an Musik entdeckt. Klar, Dreilinden ist eine Schutzzone. Aber behutsamer und charmanter als die Weihern-Veranstalter kann man sich dem Standort nicht mehr nähern. Vom Singer-Songwriter auf der Bühne bis zum Gemüserisotto auf dem Teller war alles auf das malerische Gelände abgestimmt. Noch zwei, drei Jahre, und auch die Politik hätte das Festival als Standortfaktor begrüsst. Dafür ist es nun zu spät. Das Gebaren der Stadt ist zudem weltfremd. Wer vier Monate vor so einem Anlass noch an den Auflagen herumdoktert, hat keine Ahnung, wie langfristig Festivalveranstalter heutzutage planen müssen.

Erst vor ein paar Tagen hat der Stadtrat seine Legislaturziele vorgestellt. Diese «Vision 2030» klingt nun wie blanker Hohn. St.Gallen wolle sich als «innovative» und «kulturell inspirierende» Stadt positionieren, heisst es. Es solle «ein Klima von Offenheit und Kreativität» herrschen. Das kann man nur ironisch verstehen. Denn wer heute in der Stadt einen Kulturanlass auf die Beine stellen möchte, muss sich warm anziehen und sich gut für die Kämpfe gegen die Behörden rüsten. Das ist kein Klima der Offenheit, sondern der Kleingeistigkeit.

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