Kollegium überarbeitet Richtlinien für Personal

ST. GALLEN. Ab Ende 2015 sind alle Pfarreien im Kanton St. Gallen in Seelsorgeeinheiten zusammengefasst. Im Blick darauf wird das Katholische Kollegium an der Sitzung vom kommenden Dienstag über einheitliche Anstellungsbedingungen für das gesamte kirchliche Personal entscheiden.

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ST. GALLEN. Ab Ende 2015 sind alle Pfarreien im Kanton St. Gallen in Seelsorgeeinheiten zusammengefasst. Im Blick darauf wird das Katholische Kollegium an der Sitzung vom kommenden Dienstag über einheitliche Anstellungsbedingungen für das gesamte kirchliche Personal entscheiden. Für die staatskirchenrechtliche Verwaltung von Seelsorgeeinheiten schlägt der Administrationsrat der Versammlung mit dem Verbandsdekret einheitliche rechtliche Grundlagen vor. Beide Vorlagen sind eine Reaktion darauf, dass mit den Seelsorgeeinheiten die pastorale Einheit nicht mehr in allen Belangen im Einklang ist mit der Kirchgemeinde als Verwaltungseinheit.

80 Artikel vorgelegt

Die Anstellungsbedingungen für das kirchliche Personal auf allen Ebenen sind heute teils von Körperschaft zu Körperschaft verschieden. Mit der Bildung der Seelsorgeeinheiten wird die Problematik noch verschärft. Aufgrund einer entsprechenden Motion hat der Administrationsrat in über 80 Artikeln einheitliche Anstellungsrichtlinien erarbeitet, die in einem intensiven Vernehmlassungsprozess kommentiert und angepasst wurden. Mit dem Personaldekret wird dem Kollegium ein für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer gültiges Rechtsinstrument vorgelegt, das einheitliche und verbindliche Anstellungsbedingungen beinhaltet. Wenn Kirchgemeinden eigene personalrechtliche Bestimmungen erlassen möchten, ist das möglich, sofern der Administrationsrat diese genehmigt. Was geregelt wird, ist vergleichbar mit Gesamtarbeitsverträgen in anderen Berufskategorien. Die finanziellen Auswirkungen werden gemäss Mitteilung des Katholischen Konfessionsteils für die Kirchgemeinden zu keinen spürbaren Mehrkosten führen – ausser die bisherigen Einstufungen waren deutlich zu tief angesetzt. Die Besoldungstabellen mit Klassen und Stufen lassen dem Arbeitgeber einen gewissen Spielraum. Besonders wichtig ist dem Administrationsrat, dass die Kirche eine soziale und familienfreundliche Arbeitgeberin ist und bleibt. Artikel wie Vaterschaftsurlaub, Ferienregelungen und Arbeitszeitregelungen werden in der Kollegiumssitzung voraussichtlich zu Diskussionen Anlass geben.

Leicht veränderte Sitzverteilung

Zu den weiteren Geschäften der kommenden Sitzung des Kollegiums gehört die Rechnung des Katholischen Konfessionsteils. Sie schliesst aufgrund von höheren Zentralsteuererträgen und Minderausgaben, insbesondere in der Kontogruppe Bildung, um rund 917 000 Franken besser ab als budgetiert.

Aufgrund der Veränderung der Anzahl Katholiken und aufgrund von Kirchgemeindefusionen hat sich die Verteilung der 180 Sitze im Kollegium geringfügig verändert. Neu haben die Wahlkreise St. Gallen, Benken und Jonschwil je ein zusätzliches Mandat. Je einen Sitz weniger haben künftig Rapperswil-Jona, Eschenbach und Kirchberg-Gähwil. Jede Kirchgemeinde mit 600 und mehr Katholiken bildet einen Wahlkreis. Kleinere Körperschaften werden mit anderen zu einem Wahlkreis vereinigt. Per 31. Dezember 2014 lebten 234 291 Katholikinnen und Katholiken im Kanton. Diese Gesamtzahl wird jeweils durch 180 geteilt, um die Verteilungszahl je Wahlkreis zu ermitteln. (red.)