Knackpunkt Verkehr

Morgen werden die Planungsinstrumente für die Überbauung an der Poststrasse in Gossau öffentlich aufgelegt. Teilnehmer einer Informationsversammlung befürchten mehr Verkehr.

Manuela Bruhin
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Ursprünglich hätte die Überbauung Poststrasse Anfang dieses Jahres bezugsbereit sein sollen. (Bild: Visualisierung: pd/Akris)

Ursprünglich hätte die Überbauung Poststrasse Anfang dieses Jahres bezugsbereit sein sollen. (Bild: Visualisierung: pd/Akris)

GOSSAU. Die Pläne für die Poststrasse 6, 8 und 10 in Gossau sind bereits seit längerem bekannt. Die Überbauung im Herzen der Stadt soll nebst der Postfiliale Gewerbeflächen, Wohnungen, ein Café sowie eine Tiefgarage umfassen. Ursprünglich sollten die Räume Anfang dieses Jahres bezugsbereit sein. Projektanpassungen verzögerten das Vorhaben jedoch. Nun sind die Planungen immerhin so weit fortgeschritten, dass morgen Dienstag die Planungsinstrumente öffentlich aufgelegt werden können. Aus diesem Anlass informierten die Stadt Gossau sowie die beiden Grundeigentümer, die Schweizerische Post und Akris, am Donnerstag vor Ort über die nächsten Schritte.

Grosses Potenzial

Stadtpräsident Alex Brühwiler lobte in seinen Ausführungen die Lage der geplanten Überbauung als sehr zentral. Im Sinne einer Innenentwicklung, wie sie das Raumplanungsgesetz vorsieht, sollen jedoch nicht nur Mauern und Beton zu sehen sein. «Die Gebäude sollen auch atmen können», sagte Brühwiler. Gerade wegen der zentralen Lage seien jedoch auch besonders umfassende Planungen vonnöten. Bereits im März 2012 wurde ein entsprechender Studienauftrag durchgeführt, dessen Siegerprojekt in der Folge weiterentwickelt wurde. Früh wurden auch die Anwohner über die Pläne von Akris und Post informiert.

Mehrverkehr befürchtet

Verschiedene Grundstücke sollen nun von der Wohn-Gewerbe-Zone in die Kernzone umgezont werden. Die drei Planungsinstrumente, der Teilzonenplan Poststrasse, der Überbauungs- und Gestaltungsplan Poststrasse sowie der Teilstrassenplan Poststrasse und Dorfmühlestrasse, werden von morgen bis zum 22. Juni öffentlich zur Einsprache aufgelegt. Wie die Reaktionen an der Informationsveranstaltung zeigten, werden vor allem der mögliche Mehrverkehr auf der bereits belasteten Poststrasse sowie die vorgesehenen Gewerbeflächen als negativ angesehen. «Auf diesem Abschnitt gibt es bereits jetzt jeden Abend Stau», erklärte ein Teilnehmer. Zusätzlich seien hier jüngst viele Wohneinheiten entstanden. Die nun geplanten 48 Wohnungen wären hinsichtlich des Verkehrs nicht gerade hoch angesehen. Stadtentwickler Martin Schmid erklärte jedoch, dass die neue Nutzung keinen relevanten Mehrverkehr mit sich bringe. Dies hätten entsprechende Erhebungen gezeigt. Stadtpräsident Alex Brühwiler pflichtete ihm bei, dass schliesslich 80 Prozent des Verkehrs in Gossau «hausgemacht» seien. Auch dass der Regiobus in Zukunft direkt auf der Poststrasse Halt machen soll, stiess bei den Anwesenden auf wenig Gegenliebe.

Leere Räume

Dass in Gossau viele Gewerbeflächen frei stehen, ist längst kein Geheimnis mehr. Aus diesem Grund wurde auch diese Thematik diskutiert. Einer der Anwesenden konnte nicht verstehen, weshalb schon wieder Gewerbeflächen geplant würden. Laut Albert Kriemler von der Grundeigentümerin Akris träume man jedoch nicht von voll ausgelasteten Flächen. Vielmehr wolle man sich die Option offenlassen, auf der Südseite auf Wohnflächen auszuweichen. Und: «Wir vermieten die Räume lieber günstig, als sie leerstehen zu lassen.»