Klinik für verletzte Wildvögel

Die Wildvogelstation wird aus der Voliere-Gesellschaft St. Gallen herausgelöst und im neuen Naturmuseum in Osten der Stadt einquartiert. Zu diesem Zweck wird eine Stiftung gegründet. Das hat die Voliere-Gesellschaft beschlossen.

Margrith Widmer
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In der geplanten Vogelpflegestation werden verletzte Wildtiere wie dieser Kauz wieder aufgepäppelt. (Bild: Voliere-Gesellschaft)

In der geplanten Vogelpflegestation werden verletzte Wildtiere wie dieser Kauz wieder aufgepäppelt. (Bild: Voliere-Gesellschaft)

Seit Bestehen der Voliere im Stadtpark, seit 1879, werden dort auch verletzte Wildvögel gepflegt – jährlich bis zu 500 Tiere, Tendenz steigend. Jetzt soll die Vogelpflegestation auf Wunsch der Stadt ins neue Naturmuseum verlegt werden.

Am Mittwochabend ermächtigte eine ausserordentliche Hauptversammlung der Voliere-Gesellschaft St. Gallen ihren Präsidenten Christian Müller einstimmig, im Namen des Vereins die «Stiftung Wildvogelpflegestation St. Gallen» zu errichten und sämtliche dafür erforderlichen Schritte zu veranlassen. Christian Müller wurde zudem ermächtigt, die ersten Stiftungsräte zu bestimmen. Die Voliere-Gesellschaft überträgt der zu gründenden Stiftung Wildvogelpflegestation ein bereits in der Voliere-Gesellschaft befindliches, für die Wildvogelpflege bestimmtes, zweckgebundenes Vermögen von 50 000 Franken.

Pflege verletzter Wildvögel

Zweck der Stiftung sind primär die Pflege verletzter Wildvögel, Information über Wildvögel, Zusammenarbeit mit anderen, gleichartigen Institutionen, die Förderung von Verständnis und Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Natur und den Tieren.

Die Wildvogelpflegestation wird im neuen Naturmuseum beim Botanischen Garten untergebracht werden. Vorgesehen sind zudem Freigehege für Sing-, Greif- und Wasservögel samt Teich. St. Gallen ist die einzige Wildvogelpflegestation für Wasservögel in der Region. Sie nimmt auch Enten und Schwäne aus dem Bodensee auf; bisher waren es rund 600 Tiere. Das Freigehege-Projekt ist noch in einem laufenden Verfahren.

70 Prozent werden entlassen

Die Aussengehege sind wichtig, weil die Pfleglinge wieder ausgewildert werden. Sie müssen sich also ans Klima gewöhnen, auch mal nass werden. Über 70 Prozent der verletzten und gesund gepflegten Vögel werden wieder in die Freiheit entlassen.

Vorgesehen sind im Innern des Naturmuseums Räume für die Aufnahme neuer Tiere, Quarantäne, Intensivpflege und ein Besucherraum, in dem die Tiere durch eine Glasscheibe bei der Pflege und Fütterung beobachtet werden können. Dank einer Gegensprechanlage können die Pflegenden die einzelnen Tätigkeiten erklären. «Damit wird es im Naturmuseum auch Vögel und nicht nur Ameisen und Fische geben», sagte Christian Müller.

Bezug voraussichtlich 2017

Wer die neue Stiftung führen wird, ist noch völlig offen. Kompetente Tierärzte würden dabei sein, sagte Christian Müller. Finanziert werden soll die Vogelpflegestation beispielsweise durch Beiträge aus dem Lotteriefonds und private Spenden.

Voraussichtlich werde die neue Vogelpflegestation im Frühling 2017 in Betrieb genommen werden können, sagte Christian Müller. Das neue Naturmuseum ist gegenwärtig im Bau. Es soll Ende 2016 bezugsbereit sein. Die Aussengehege unterliegen noch einem Bewilligungsverfahren, zumal die Autobahn darunter durchführt. Sie sind ein ganz wesentlicher Bestandteil der neuen Wildvogelpflegestation.

www.voliere-sg.ch

Christian Müller Präsident Voliere-Gesellschaft (Bild: Benjamin Manser)

Christian Müller Präsident Voliere-Gesellschaft (Bild: Benjamin Manser)