KLIMASCHOCK: Februar am Bodensee zu warm

Der Februar war auch in der weiteren Region Rorschach zu warm. Zudem regnete es – wie bereits im Januar – deutlich zu wenig. Im Mittelland gab es keinen einzigen Eistag.

Andreas Walker
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So war das Wetter häufig im Februar am Bodensee. Morgennebel in der Seeregion, schönes Wetter und kein Schnee. (Bild: Andreas Walker (15. Februar 2017))

So war das Wetter häufig im Februar am Bodensee. Morgennebel in der Seeregion, schönes Wetter und kein Schnee. (Bild: Andreas Walker (15. Februar 2017))

Andreas Walker

redaktionot@tagblatt.ch

War der Januar in der Region am Bodensee winterlich kalt, so zeigte sich der Februar vom puren Gegenteil. Er begann bereits sonnig und warm. Dies sollte die meiste Zeit des Monats auch so bleiben. Vom 2. bis 5. Februar herrschte stürmisches und veränderliches Wetter, das durch mehrere vorbeiziehende Tiefdruckwirbel verursacht wurde. Der ­Februar zeigte sich statt im winterlichen Schneekleid meistens vorwiegend braun-grün.

Lediglich am 5. und 6. des Monats lag ein wenig Schnee. Die seit Dezember anhaltende Schneearmut in den Bergen und im Vorderland blieb weiterhin bestehen und an einigen höher gelegenen Messstandorten bewegte sich die durchschnittliche Februarschneehöhe im Bereich der Minimumrekorde. Am 23. Feb­ruar gelangten mit stürmischen Südwestwinden extrem milde Luftmassen in unser Land und brachten in mehreren Regionen eine Tagesmaximum-Temperatur von über 20 Grad.

Temperatur täglich über dem Gefrierpunkt

Nach Angaben von Meteo Schweiz gab es an 17 Messstandorten neue Februarrekorde. Die Witterung blieb den ganzen Monat deutlich zu warm. So stiegen die Temperaturen am Bodensee täglich über den Gefrierpunkt. Sogar in St. Gallen auf 776 Metern Höhe gab es nur zwei Eistage mit einer Temperatur, die den ganzen Tag unter null Grad lag. Der Monat klang schliesslich aus mit Sturm, Regen und Wärme.

Die Februar-Trockenheit ergab mit der extremen Trockenheit des Dezembers und der Trockenheit des Januars eine sehr tiefe Summe der Niederschlagsmenge über den Winter. Die Winterniederschläge betrugen in der Westschweiz und im Wallis nur 20 bis 30 Prozent der Norm. Die Westschweiz verzeichnete den niederschlagsärmsten Winter seit 45 bis 55 Jahren.

Im landesweiten Mittel brachte der Winter auch am See einen Temperaturüberschuss von 0,5 Grad im Vergleich zum langjährigen Mittel. Markant sind die regionalen Unterschiede. In den Tieflagen der Alpennordseite bewegte sich die Wintertemperatur 0,6 bis 0,8 Grad unter der Norm. In Berglagen lagen die Werte hingegen 1 bis 1,6 Grad darüber. Die Sonnenscheindauer erreichte im westlichen Mittelland 80 bis 90 Prozent, im östlichen Mittelland 100 bis 110 Prozent der Norm. In Berglagen beendete der überdurchschnittlich sonnige Winter 2016/17 eine achtjährige Periode mit unterdurchschnittlicher Sonnenscheindauer. Nach Angaben von Meteo Schweiz war der ­Februar überall mindestens 2 bis 3 Grad zu warm im Vergleich zum Durchschnitt 1981–2010. In der Region am Bodensee betrug die durchschnittliche Februartemperatur 3,6 Grad und war damit 2,6 Grad zu warm.

Nur 65 Prozent der üblichen Regenmenge am See

In vielen Gebieten blieben die Niederschlagsmengen unter dem langjährigen Mittel. Am Bodensee betrug die Niederschlagsmenge 34 Liter pro Quadratmeter, was lediglich 65 Prozent des Durchschnitts entspricht.

Da im Februar oft Föhnlagen herrschten, war es zwar sehr warm, doch die Sonnenscheindauer an vielen Gebieten erreichte gerade knapp den Durchschnitt. Am Bodensee wurde eine Sonnenscheindauer von 70 Stunden registriert, was 87 Prozent des langjährigen Mittels entspricht.