Kleine Oberstufen zittern um ihre Existenz

Die Interessengemeinschaft «Kleine Oberstufen haben Zukunft» macht politisch Druck, um die kleinen Schulen zu retten. Im Kanton St. Gallen wird die Reorganisation der Oberstufenstruktur diskutiert.

Axel Zimmermann
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MURG. Die Strukturreform löst intensive Diskussionen auf politischer Ebene aus. Das kantonale Bildungsdepartement, der Erziehungsrat und die Gemeinde- und Schulpräsidenten suchen zusammen mit Kantonsräten nach Lösungen. «Der Bürger muss finanziell dahinter stehen können», sagt Greth Zeller, Gastgeberin des Impulsanlasses zur Rettung kleiner Oberstufen in Murg.

Die Kleinen wehren sich

Die Oberstufenschulen von Häggenschwil, vom oberen Neckertal, von Weesen-Amden, Quarten und Pfäfers wollen ihre Existenz dank innovativer Schulmodelle sichern. Für eine Gemeinde sei die Schule das A und O, sagt der Gemeindepräsident von Quarten, Balz Manhart.

«Schulqualität ausgezeichnet»

Greth Zeller, Präsidentin der Schulgemeinde Quarten, betont: «Die Schulqualität der kleinen Oberstufen ist ausgezeichnet. Finanziell ist die Weiterführung unserer Oberstufen möglich.»

Bereits lange Erfahrung mit innovativen Schulmodellen hat die Oberstufe von Häggenschwil. Da die Landgemeinde nur rund 1200 Einwohner hat, sei die Führung der Oberstufe durch das aktuelle Schulgesetz «in ein enges Korsett gezwängt», heisst es in Murg: Vorgeschrieben ist die Klassenbildung nach Jahrgängen und die Trennung in Sekundar- und Realschule, was gesamthaft sechs Klassen erfordert.

Deshalb verlangt der Häggenschwiler Schulpräsident Alan Germann vom Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen mehr Innovation und die Duldung von Pilotprojekten in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule.

Furcht vor einem leeren Tal

Für Aldo Caluori, Präsident der Oberstufenschulgemeinde Taminatal in der Berggemeinde Pfäfers, «geht es ums Lebendige», wenn die kleine Schule verschwände. «Das Tal würde sich weiter entleeren.»

Caluori erinnert an Versprechen im Zusammenhang mit der vorgesehenen Bildung der Einheitsgemeinde Pfäfers per 2011, die Schulstandorte zu belassen. «Unsere Schüler vom Land und von den Bergtälern sind bei den Lehrbetrieben gefragt», beschreibt er die «nachweislich gute Schulqualität».