Klassiker zum Totlachen

Bei «Kultur in Engelburg» waren die deutschen Comedians Helge Thun und Udo Zepezauer zu Gast. Hamlet als Lach-Krimi war da nur ein Kapitel ihres komödiantischen Auftritts.

Daniela S. Herman
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Heizten komödiantisch richtig ein: Das Duo Helge Thun und Udo Zepezauer. (Bild: Michel Canonica)

Heizten komödiantisch richtig ein: Das Duo Helge Thun und Udo Zepezauer. (Bild: Michel Canonica)

engelburg. Helge Thun und Udo Zepezauer lösten am Freitagabend unbeschwertes Lachen in der Alten Turnhalle Engelburg aus. Udo ist kleiner und verspielter, deswegen «das Udo». Als hyperaktiver, fröhlicher Lama parierte er genial die Fragen des seriösen Helge. Als sechsjähriges Wunderkind Denis, das gerade den Nobelpreis erhalten hatte, eroberte er das Publikum. Und nicht nur das. Udos Präsentation der Tiere und Pflanzen erzeugte im Saal Lachen ohne Ende. Und Bravorufe dazwischen.

Nur Helge lachte nicht. Er widmete sich wichtigen Fragen wie: «Ist die Schweiz ein spirituelles Land?» Schliesslich sei das Programm zur Verständigung der Völker erarbeitet worden, sagte er. Udo zeigte verschmitzt Verständnis. Mit Goethes Gedicht «Der Erlkönig» fing eine turbulente Comedy-Reise durch die Weltliteratur an. Eine Reise durch Verse in verschiedenen Dialekten, darunter auch in Schweizer Mundart.

Udo schwelgte in schwäbischen, Helge in ostfriesischen Legenden, um die Ursprünge des Erlkönigs zu finden. Der Streit endete im Rollentausch. Udo sollte ernst werden, Helge lustig. Und die Comedy-Vorstellung echt literarisch. In genau drei Minuten verwandelten die beiden Comedy-Meister «Hamlet» in einen Lach-Krimi, und «Wilhelm Tell» in eine Parodie «zum Heulen». In Versen vorgetragen und vor allem köstlich gespielt. Nach der Pause stieg die Tonanlage aus. Doch Helge und «das Udo» blieben am Ball.

Als friesische Fischer verkleidet angelten sie, wo es kein Wasser gab, und sangen «Die Friesenliebe», begleitet am kaputten Akkordeon. Sie improvisierten zu den Vorschlägen aus dem Publikum («Der tote Hirsch», «Axt im Haus», und «Die schwarze Kartoffel»), zuerst in Form von epischem Theater, dann als Marionetten. Ein paar (unnötige) Witze folgten, aber leider keines ihrer berühmten Anagramme. Im Schlusslied stellten die beiden in einer Presse-Revue die Welt und uns alle dar.

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