Klassik und Pop im Gotteshaus

Kirchenmusik erklingt am Samstag an verschiedenen Orten der Stadt. Im Rahmen des nationalen Festes Cantars finden innert zwölf Stunden zwölf Konzerte statt. St. Gallen präsentiert sich dabei als Metropole der Kirchenmusik.

Noemi Heule
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Elisabeth Stehle Präsidentin des St. Galler Organisationskomitees (Bild: Noemi Heule)

Elisabeth Stehle Präsidentin des St. Galler Organisationskomitees (Bild: Noemi Heule)

Zum zweiten Mal findet in diesem Jahr das Kirchenklangfest Cantars statt. An 36 Standorten in 13 Kantonen werden in den Monaten März bis Juni Konzerttage im Namen des Festes veranstaltet. Sie alle umfassen je zwölf Darbietungen innert zwölf Stunden. Im Zentrum steht Kirchenmusik beider Konfessionen. Aber auch andere Stilrichtungen sollen in den Gotteshäusern Platz haben. Das Programm reicht von klassischer Orgelmusik bis hin zu Pop oder Rap.

Kirchenmusik für jedermann

Erstmals präsentiert sich in diesem Jahr auch St. Gallen als Metropole der Kirchenmusik. Eingeläutet wird der Konzerttag am Samstag mit Pauken, Trompeten und Orgelmusik. In der reformierten Kirche St. Laurenzen musiziert der Domchor zusammen mit dem Dombläserquartett. «Bereits der Eröffnungsakt unterstreicht den ökumenischen Charakter der Veranstaltung», sagt Elisabeth Stehle. Sie ist Präsidentin des St. Galler Organisationskomitees. Selbst Chorsängerin, war Stehle von der Idee des Festes von Anfang an angetan. «Es ist eine einmalige Möglichkeit, Kirchenmusik aus den Kirchen zu tragen und allen zugänglich zu machen», sagt sie. Zudem lockte sie die Vielfältigkeit der Veranstaltung. «Ob katholisch, reformiert oder andersgläubig: Das Fest soll alle ansprechen.»

Seit zwei Jahren widmet sich Elisabeth Stehle zusammen mit dem achtköpfigen Organisationskomitee dem kommenden Fest. Hauptaufgabe war es, das Konzertprogramm zusammenzustellen. 350 Sänger und Musiker wirken in zwölf Veranstaltungen mit. Sie alle stammen aus der Region. «Die Kirchenmusik St. Gallens strahlt weit über die Ostschweiz hinaus», sagt Elisabeth Stehle. Nicht nur die Kirchenkulturgeschichte der Stadt sei bedeutend, mit zwei Kirchenmusikschulen sei St. Gallen noch heute ein Zentrum der Kirchenkultur.

Jiddische Klänge, Gospel, Pop

Studenten dieser Musikschulen, Laiensänger und professionelle Musiker treten am Samstag auf. Nebst Kirchenmusik erklingen Gospel, Pop und jiddische Melodien in den Kirchen. Gleichzeitig mit dem Konzerttag in St. Gallen wird an diesem Wochenende auch in Baden, Bern, Weinfelden und Gampel für das Cantars musiziert.

Vor vier Jahren wurde das Kirchenklangfest Cantars zum ersten Mal ausgerichtet. Damals war jedoch allein das Bistum Basel beteiligt. Weil der rein katholische Anlass laut Veranstaltern ein Erfolg war, wurde das Projekt auf die ganze Schweiz, andere Konfessionen und Religionen ausgeweitet. Insgesamt werden diesmal über 100 000 Besucher erwartet. Rund 12 000 Mitwirkende stehen im Einsatz. Der Schlussakt und Höhepunkt des nationalen Festes findet am 6. und 7. Juni wiederum in St. Gallen statt.

Ein Knabenchor singt zur Eröffnung des diesjährigen Kirchenklangfestes Cantars in Basel. (Bild: pd)

Ein Knabenchor singt zur Eröffnung des diesjährigen Kirchenklangfestes Cantars in Basel. (Bild: pd)