Klares Nein zu längeren Ladenöffnungszeiten

ST.GALLEN. Auch der dritte Anlauf, längere Ladenöffnungszeiten im Kanton St.Gallen einzuführen, ist gescheitert. Und zwar deutlich: Der Nein-Stimmen-Anteil betrug 63,5 Prozent.

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Das Volk hat die bestehenden Ladenöffnungszeiten im Kanton St.Gallen ein weiteres Mal bestätigt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Volk hat die bestehenden Ladenöffnungszeiten im Kanton St.Gallen ein weiteres Mal bestätigt. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die Detaillisten und Grossverteiler im Kanton St.Gallen müssen ihre Läden auch in Zukunft um 19 Uhr schliessen. Die Stimmberechtigten haben eine Ausdehnung der Öffnungszeiten werktags um eine Stunde bis 20 Uhr mit 75'494 zu 43'389 Stimmen abgelehnt. Die Stimmbeteiligung lag bei 39,6 Prozent. Damit hat das Stimmvolk im Kanton St.Gallen nach 1996 und 2003 nun schon zum dritten Mal eine Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten bachab geschickt.


Umstrittene Vorlage

Die jüngste Vorlage für eine moderate Ausdehnung war vom Kantonsrat im Februar mit 65 zu 44 Stimmen bewilligt worden. Vor das Volk kam sie, weil das Parlament dem Ratsreferendum zustimmte. Die Vorlage war umstritten; sie wurde von Gewerkschaften bekämpft und auch von den Mitgliedern des Gewerbeverbands nicht geschlossen mitgetragen. Im Komitee «Längere Ladenöffnungszeiten? Brucht's nöd!», das von den Gewerkschaften getragen wurde, machten auch Mitglieder des Gewerbeverbandes mit. Die Gewerkschaften zeigten sich am Sonntag zufrieden mit dem Abstimmungsergebnis: Es sei zu hoffen, dass die ideologisch motivierten Befürworter endlich Einsicht zeigen würden.


Nur zwei Gemeinden stimmen zu

Von den 85 Gemeinden im Kanton St. Gallen sagten einzig Amden und Rapperswil-Jona Ja zu längeren Ladenöffnungszeiten. Alle anderen lehnten eine Liberalisierung ab, zum Teil wuchtig. Insgesamt betrug der Nein-Stimmen-Anteil 63,5 Prozent; das ist ein klares Verdikt. (sda/red.)

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