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Klanghaus Ja – ohne Kunst am Bau

Die erste Hürde hat das Klanghaus Toggenburg gestern genommen. Der erste Klang ertönt frühstens 2020. Das Kantonsparlament stimmte der Bauvorlage zu – in einer Debatte mit Nebengeräuschen. Nun hat das Volk das Wort.
Regula Weik
Das Klanghaus am Schwendisee ist eine Holzkonstruktion; die Fassade wird mit Schindeln eingekleidet, die im Toggenburg aus heimischer Fichte und Lärche hergestellt werden. (Bild: Visualisierungen: St. Galler Baudepartement)

Das Klanghaus am Schwendisee ist eine Holzkonstruktion; die Fassade wird mit Schindeln eingekleidet, die im Toggenburg aus heimischer Fichte und Lärche hergestellt werden. (Bild: Visualisierungen: St. Galler Baudepartement)

ST. GALLEN. Kein grösseres Kulturvorhaben im Kanton, dem nicht die Skepsis der SVP entgegenschlägt. So war es auch gestern. Die Mehrheit der grössten Fraktion im Parlament konnte sich mit dem Klanghaus Toggenburg nicht anfreunden. Die Rede war von einer «überdimensionierten Baute am falschen Standort». Sprecher Karl Güntzel monierte «Konzeptlosigkeit» und zweifelte die «optimistische Nachfrage» an. Das Statement der SVP endete mit der Frage: «Geht es beim Vorhaben tatsächlich um das Klanghaus und das Toggenburg oder soll damit ein teures Denkmal für den Kulturminister gesetzt werden?»

Sein Fett weg bekam Regierungsrat Martin Klöti auch von anderer Seite. Grünliberale und BDP bemängelten das zu geringe, finanzielle Engagement der Region. Daran sei auch der Kulturminister schuld. Indem Klöti die Suche von Gönnern und Sponsoren zur «Chefsache» erklärt habe – er peilt Beiträge «ab 250 000 Franken aufwärts» an –, habe er kleinere finanzielle Initiativen und Engagements aus der Region «erstickt» – «die Region wurde zur Statistin degradiert», sagte der Grünliberale Kantonsrat Nils Rickert.

Keine Kunst am Bau

Grünliberale und BDP bezweifeln, dass sich unter diesen Voraussetzungen eine Mehrheit im Volk für das Klanghaus Toggenburg findet. Sie wollten dem Parlament deshalb beliebt machen, die Vorlage an die Regierung zurückzuweisen. Es solle zuerst die breite Unterstützung aus dem Toggenburg sichtbar gemacht werden; damit erhöhten sich die Chancen für eine Zustimmung zum Klanghaus an der Urne. Das Parlament wollte von einer Rückweisung nichts wissen und genehmigte schliesslich den Kredit von 19 Millionen Franken – 300 000 Franken weniger, als von der Regierung beantragt.

Das Parlament strich den Kunst-am-Bau-Beitrag. Es sei unklar, ob die Installation zum Klanghaus oder zum Klangweg gehöre, und zudem sei das Klanghaus an sich ein «Kunstwerk», wurde argumentiert.

Betriebsdefizit bereitet Sorge

Anlass für den einen und andern Misston gab das jährliche Betriebsdefizit von 325 000 Franken – so die heutige Annahme der Regierung. Es müsse finanziell doch «mehr herausschauen» wurde moniert. Und gleichzeitig wurde gewarnt: Der Kanton dürfe in allfällig schwierigen Zeit nicht zum Betreiber des Klanghauses werden.

Der Kanton tritt als Bauherr des Klanghauses auf und übergibt es dann der Klangwelt Toggenburg als Betreiberin.

«Keine Rummelbude»

Das Klanghaus sei «kein gewöhnlicher Zweckbau in einer Baulücke in einem Dorf», sagte Bauchef Willi Haag. Dennoch gebe es keine «Lex Klanghaus»; geltende Vorschriften seien einzuhalten. Haag verwies auf den «sensiblen Standort» in einer Landschaft von nationaler Bedeutung – und meinte dann an die Adresse jener, welche die Zufahrt und die wenigen Parkplätze moniert hatten: «Wir erstellen keine Rummelbude für den Massentourismus.»

Die Gesamtkosten für den Holzbau mit seiner speziellen Akustik betragen 24 Millionen Franken. Haag versicherte einmal mehr: Es gibt keinen Spatenstich, bevor die abgemachten fünf Millionen Franken durch Gönner und Stiftungen beisammen sind. Drei Millionen seien fix zugesichert – «mit Unterschrift», sagte Regierungsrat Klöti. Er habe weitere Stiftungen an der Hand; diese hätten aber den Parlamentsentscheid abwarten wollen.

Rasche Abstimmung anstreben

Die zweite Lesung der Vorlage steht in der Februarsession an. Klöti möchte das Klanghaus danach so rasch wie möglich an die Urne bringen. «Am liebsten im Juni.» Er möge nicht bis zum Herbst warten. Nimmt das Klanghaus die Hürde des Souveräns, kann 2018 mit dem Bau begonnen und 2020 Eröffnung gefeiert werden.

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