KIRCHENPARLAMENT: Parlament streicht Zulage

Die Wohnsitzzulagen für alle Angestellten der Katholischen Kirchgemeinde St. Gallen entfallen per 2022.

Claudia Schmid
Merken
Drucken
Teilen

Die Katholische Kirchgemeinde St. Gallen verfügt über eigenständige Anstellungsbedingungen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese unterscheiden sich punktuell von denjenigen, die für die Angestellten des katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen, des bischöflichen Ordinariats und der meisten anderen Kirchgemeinden seit dem 1. Januar 2017 in Kraft sind. Das städtische Kirchenparlament hat am Mittwochabend eine Vorlage gutgeheissen, die Anpassungen bringen soll.

Vorberatende Kommission schlägt Änderungen vor

Das neue Personalrecht bringe viele Vorteile wie beispielsweise die Erleichterung bei der Personalrekrutierung oder einheitliche Anstellungsbedingungen bei gemeinsamem Personal mit dem Konfessionsteil oder anderen Kirchgemeinden, warb Martina Merz-Staerkle für die Vorlage. Diese war im Grundsatz unbestritten, jedoch regte Andreas Büsser von der vorberatenden Kommission drei Änderungen im Vollzugsreglement an.

Eine längere Diskussion entbrannte am Mittwoch um die Frage, ob die Wohnsitzzulage per 31. Dezember 2022 für sämtliche Mitarbeitenden vollständig wegfallen solle, wie es die vorberatende Kommission beantragt hatte. Vor allem Kirchenverwaltungsratspräsident Armin Bossart stellte sich gegen den Antrag. Die Mehrheit der Parlamentsmitglieder folgte in der Abstimmung dann aber den Argumenten der vorberatenden Kommission. Die Beschlüsse unterstehen dem fakultativen Referendum.

Steuerfuss 2018 bleibt auf bisheriger Höhe

Eines der Hauptgeschäfte der Parlamentssitzung war der Voranschlag und die Festsetzung des Steuerfusses fürs kommende Jahr. Die Laufende Rechnung 2018 der Katholischen Kirchgemeinde St. Gallen weist einen Aufwand von rund 24,95 und einen Ertrag von rund 24,76 Millionen Franken aus. Der Aufwandüberschuss beträgt 190950 Franken. Der Steuerfuss soll wie bisher 22 Prozentpunkte der einfachen Staatssteuer betragen.

Die Höhe des Defizits erachte der Kirchenverwaltungsrat als tragbar, erklärte KVR-Mitglied Norbert Ackermann. Den Voranschlag könne man als «rote Null» bezeichnen. Weiterhin rechne man mit einem stabilen Personalaufwand. Das Kirchenparlament stimmte allen Anträgen zu Voranschlag und Steuerfuss diskussionslos und einstimmig zu. Zudem gaben sie grünes Licht dafür, dass die Rechnungskontrolle für die Jahre 2017 und 2018 an eine aussenstehende Revisionsstelle übertragen wird.

Marder beschädigen das Kirchendach

Ebenfalls ohne Diskussion wurde die Vorlage zur Sanierung des Dachs der ökumenischen Kirche Halden gutgeheissen. Dort richteten Marder Schäden an. Durch den «Marderbefall» ist das Dach dringend renovationsbedürftig. Die Kosten für die Instandstellung belaufen sich voraussichtlich auf 520000 Franken. Sie sind je zur Hälfte von der Katholischen Kirchgemeinde St. Gallen und der Evangelischen Kirchgemeinde Tablat zu tragen. Das ­katholische Kirchgemeindeparlament genehmigte am Mittwochabend einstimmig 260000 Franken für das Renovationsprojekt. Zu hoffen bleibe, dass die Marder nach der Renovation endlich Ruhe gäben, vermerkte Parlamentspräsidentin Vreni Bärtsch-Frick zum Geschäft.

Claudia Schmid

stadtredaktion@tagblatt.ch