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Kinderpornos kursieren an St.Galler Schule

ST.GALLEN. In St.Gallen sind zahlreiche Primarschüler in Kontakt mit Kinderpornographie gekommen. Die Polizei hat einen Tatverdacht ermittelt.
Roger Braun
Hier tauchte das Pornografische Video auf: Das Schulhaus Grossacker. (Bild: Jonny Schai)

Hier tauchte das Pornografische Video auf: Das Schulhaus Grossacker. (Bild: Jonny Schai)

Im Primarschulhaus Grossacker in St.Gallen ist diese Woche ein Video mit kinderpornographischem Inhalt aufgetaucht. In einem Elternbrief, welcher der Ostschweiz am Sonntag vorliegt, teilte die Schulleitung mit, dass das Video in einem Gruppenchat verbreitet worden sei, dem viele Schüler der sechsten Klasse angehörten. Inzwischen habe auch die Mehrheit der übrigen Kinder der Schulstufe das Video gesehen.

Sofort Polizei benachrichtigt

Als die Schulleitung vom Video erfuhr, schaltete sie unverzüglich die Polizei ein. Diese hat inzwischen ihre Ermittlungen gegen Unbekannt abgeschlossen und den Fall an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet. «Es besteht ein Tatverdacht wegen verbotener Pornographie», sagt Bruno Metzger von der Kantonspolizei. Weitere Angaben macht er nicht.

Die Produktion, der Konsum und die Verbreitung von kinderpornographischem Bildmaterial sind in der Schweiz verboten. Das gilt sowohl für Erwachsene als auch Minderjährige. Irrelevant ist auch, ob es auf den Bildern zu sexuellen Handlungen zwischen einer erwachsenen Person und einem Kind oder zwischen zwei Kindern kommt. In beiden Fällen ist der Straftatbestand der Kinderpornographie erfüllt. Dies gilt selbst dann, wenn ein Minderjähriger sexuelle Handlungen an sich selbst vornimmt und dies festhält. Eine Jugendliche zum Beispiel, die sich Ende 2012 mit einer Eistee-Flasche befriedigte, musste sich wegen Herstellung von Kinderpornographie verantworten, als das Video den Weg ins Internet fand.

Inhalt des Films ist unbekannt

Die Natur des Videos im St.Galler Fall ist nicht bekannt. Die Schulleiterin Carol van Willigen sagt, dass sie das Video nicht gesehen habe. «Ich habe auch die Lehrpersonen angewiesen, sich den Film nicht anzusehen – schliesslich wäre das ja illegal.»

Die Sechstklässler wurden am Donnerstag über die Ermittlungen informiert. Die Polizei klärte die Jugendlichen über die Rechtslage auf und forderte die Löschung der Videos. Auch in den betroffenen Klassen wurde das Thema aufgegriffen. Im Elternbrief wurden die Eltern zudem gebeten, sich mit den Kindern über den Vorfall zu unterhalten und verstärkt auf deren Medienkonsum zu achten. Am Montag werden die Ergebnisse der Polizei voraussichtlich bei der Staatsanwaltschaft eintreffen. Diese wird dann entscheiden, ob Anklage erhoben wird.

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