Kinderpornographie gekauft

Ein 53jähriger Mann hat Bilder mit Kinderpornographie gekauft, angeschaut, kopiert und vereinzelt weitergegeben. Das Kreisgericht St. Gallen hat ihn jetzt dafür zu einer bedingten Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt.

Claudia Schmid
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Die Staatsanwaltschaft St. Gallen wurde auf den Italiener aufmerksam, weil die Behörden in Leipzig gegen ihn ermittelten. Sie stellten im März 2008 ein Gesuch um Übernahme des Verfahrens. Drei Tage später fand eine Hausdurchsuchung statt, bei der umfangreiches kinderpornographisches Material sichergestellt wurde.

Geständnis abgelegt

Der 53jährige, verheiratete Familienvater gestand die Taten sofort ein. Laut Anklageschrift bezeichnete er sein Handeln als krankhaft. Was er getan habe, sei widerlich. Auch an der Gerichtsverhandlung von gestern Donnerstag betonte er, er schäme sich und wolle alles tun, damit er nicht wieder rückfällig werde. Ihm sei die ganze Sache sehr peinlich.

Pornos weitergegeben

Die Staatsanwaltschaft legte dem Mann zur Last, er habe im Zeitraum von rund vier Jahren kinderpornographisches Material von einem Verkäufer in Leipzig bezogen, die Bilder kopiert, teilweise aufs Mobiltelefon geladen und vereinzelt auch weitergegeben. Die Fotos zeigten Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren. Einen Teil der Bilder habe er gar nicht gewollt. Sie seien ihm vom Verkäufer aus Deutschland aufgedrängt worden, erklärte der Mann vor den Schranken. Die Anklage forderte für den Beschuldigten eine bedingte Freiheitsstrafe von neun Monaten mit einer Probezeit von vier Jahren. Zudem beantragte sie eine ambulante Therapie. In einem psychologischen Gutachten wurde festgehalten, dass beim Angeklagten eine grosse Rückfallgefahr bestehe.

Verteidiger plädiert für Busse

An einem Schuldspruch gebe es nichts zu rütteln, betonte der Verteidiger in seinem Plädoyer. Sein Mandant habe kinderpornographische Bilder besessen und vervielfältigt, auch wenn nur etwa 15 Prozent des sichergestellten Materials verbotene Fotos gewesen seien. Da er aber keine Vorstrafen habe und einsichtig sei, sehe er eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen als angemessen. Aufgrund seiner Persönlichkeit müsse beim Angeklagten zudem von einer leicht verminderten Schuldfähigkeit ausgegangen werden. Auch der Verteidiger sprach sich für die Anordnung einer ambulanten Massnahme aus. Die Therapie werde sicherstellen, dass sein Mandant nicht rückfällig werde.

Acht Monate bedingt

Das Kreisgericht fällte einen Schuldspruch wegen mehrfacher harter Pornographie und sprach eine bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten aus. Lässt sich der Verurteilte innerhalb der Probezeit von drei Jahren nichts mehr zuschulden kommen, muss er die Strafe nicht im Gefängnis absitzen. Der Beschuldigte habe sich über eine sehr lange Zeit strafbar gemacht, begründete der Richter, warum er sich gegen eine Geldstrafe entschieden hatte. Für die Art des Delikts erachte er eine Freiheitsstrafe als angemessener.

Der Richter appellierte an den Angeklagten, die ambulante Therapie als Chance zu nutzen und an sich zu arbeiten, damit er nicht wieder rückfällig werde. Die Verfahrenskosten von rund 13 000 Franken wurden dem Verurteilten auferlegt.

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