Kindern ein Gesicht geben

An einem Tennis-Benefizturnier sammelten die Rotary- und Kiwanisclubs der Region Rorschach Geld für Kinder, die an der Armutskrankheit Noma leiden.

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REGION. Roger Federer hätte seine helle Freude gehabt am Einsatz und an der Spielfreude der Spielerinnen und Spieler aus je zwei Rotary- (RC)und Kiwanisclubs der Region, die sich am Samstag zum traditionellen Benefizturnier in der Tennishalle Tübach trafen. Technisch und taktisch wären die gemischten Doppel wohl verbesserungsfähig, aber es ging ja nicht um verbissenes Gewinnen, sondern darum, miteinander zu helfen.

Krankheit zerfrisst das Gesicht

Nachdenklich hörten die Mitglieder Astrid Bergundthal vom RC Appenzell zu, als sie ihr Projekt vorstellte. Noma ist eine Armutskrankheit. Meist sind die davon betroffenen Kinder zwischen zwei und sechs Jahre alt. Sie leiden an einer temporär einseitigen Ernährung mit zu wenigen Proteinen. Verbunden mit Infektionen wie Mumps, Masern, Malaria etc. und durch ungenügende Mundhygiene führt dies zu einer chronischen Zahnfleischentzündung. Das Immunsystem bricht zusammen, die natürlichen Mundflora-Bakterien lösen eine Mundschleimhaut-Infektion aus, die das Gewebe zerstört. Die Infektion frisst sich buchstäblich weiter durch das Gesicht. Über 80 Prozent der Kinder sterben während oder kurz nach der akuten Phase. Die Überlebenden bleiben entstellt, werden aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen, leben isoliert und vereinsamen. Komplette Kiefersperren können gar das Essen verunmöglichen.

Operationsteam in Burkina Faso

Auf Grund einer Anfrage der Noma Hilfe Schweiz entschied sich der RC Appenzell 2014, gemeinsam mit der Noma-Hilfe ein Operationsteam nach Burkina Faso zu schicken. Die Präsidentin und ehemalige OP-Assistentin, Astrid Bergundthal, erzählte von diesem Einsatz. «Schnell war ich wieder im Pflege- und OP-Alltag, wenn auch unter einfacheren Bedingungen als in der Schweiz. Die Stärke und Disziplin der Kinder und der jungen erwachsenen Noma-Opfer haben mich tief beeindruckt. Täglich, inklusive am Wochenende wurden vier bis fünf Fälle operiert. Schritt für Schritt kam das Lächeln zurück auf die Gesichter – auch wenn es am Anfang offensichtlich manchmal recht schmerzhaft war.»

Nächster Einsatz Ende 2015

Der Einsatz war so erfolgreich und bei allen Schwierigkeiten befriedigend für die Beteiligten, dass die Aktion im nächsten Spätherbst wiederholt werden soll. Ziel ist es nun, gegen 50 000 Franken zu sammeln. Dazu konnte das Benefizturnier, organisiert durch Sören und Hanna Blomgren sowie Beni und Heidi Studer, einen Baustein von über 5000 Franken beitragen. (rst)

Spendeninfos: Rotary-Club Appen- zell www.rotary-appenzell.ch oder direkt bei der Noma-Hilfe www.noma-hilfe.ch/aktuelles/