Kinderbetreuung im Graubereich

Die Krippensituation in der Stadt beschäftigt auch das Parlament. Einige Parlamentarier sehen Handlungsbedarf und fordern den Stadtrat auf, die Situation genau unter die Lupe zu nehmen.

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Günstig, aber oft illegal: Das Phänomen der Care-Migrantinnen, Frauen aus Osteuropa, die in Privathaushalten die Betreuung von Kranken übernehmen, ist bekannt. Nun würden immer mehr Familien mit Kindern aus Kostengründen «zu diesem System greifen», schreiben Parlamentarier Vica Mitrovic und Parlamentarierin Marie-Theres Thomann (beide SP) in einem Postulat. «Kindermädchen aus Osteuropa oder der Dritten Welt kommen im Touristenstatus hierher und <arbeiten> als Betreuerinnen.» Eine Grauzone, in der «mehrere gesetzliche Bereiche verletzt werden: Ausländerrecht, Lohndumping, Nicht-Bezahlung der sozialen Abgaben».

Fehlender sozialer Rückhalt

Verantwortlich für diese Entwicklung machen Vica Mitrovic und Marie-Theres Thomann die fehlende optimale Kinderbetreuung. Besonders Familien mit Migrationshintergrund seien auf eine gute Kinderbetreuung angewiesen, da ihnen oft der soziale Rückhalt und die Unterstützung der Familie fehle. Die SP-Politiker sowie 24 weitere Parlamentarierinnen und Parlamentarier sehen Handlungsbedarf und fordern den Stadtrat auf, die Betreuungssituation genauer unter die Lupe zu nehmen. Unter anderem wollen sie wissen, ob das «Betreuungsbedürfnis» in der Stadt überhaupt abgedeckt werden kann.

Grosser Stress beim Wechsel

Zudem stelle sich die Frage, ob die Tarifpolitik der Kindertagesstätten überdacht werden müsse. Und ob ein Betreuungskonzept die Zusammenarbeit zwischen Krippen und Horten initiieren könne. «Der Wechsel von Krippe zu Hort bedeutet für viele Familien grossen Stress.» (mke)