Kinder sollen den richtigen Umgang mit Sackgeld lernen

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Ursula Bryner, 54
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Ein zehnjähriges Kind sollte meiner Meinung nach zwischen 15 und 20 Franken bekommen. Ein kleinerer Teil des Geldes sollte es sparen, den Rest in Hobbys, Wünsche oder Sonstiges investieren. In der heutigen Zeit werden die Kinder jedoch zu stark verwöhnt, und viele können nicht mit Geld umgehen. In der Lehre sollten Jugendliche ihre Ausgaben selbst übernehmen oder zu Hause einen Teil des Lohns abgeben.

Kinder sollten lernen, mit dem Geld, das sie zur Verfügung haben, umzugehen. Es ist wichtig, einen Mittelweg zwischen Sparen und Ausgeben zu finden. Für das Sackgeld sollten sie nicht arbeiten, jedoch gehört es dazu, dass man im Haushalt mithilft. Ich habe damals kein Sackgeld bekommen, sondern jeden Tag Geld für das Essen. Wenn ich sonst etwas gebraucht habe, habe ich mit meinen Eltern darüber gesprochen.

Ich selbst habe kein Sackgeld bekommen, was nach dem Zweiten Weltkrieg nicht unüblich war. Ich finde es aber gut, dass die Kinder heute Sackgeld bekommen, damit sie lernen, angemessen mit dem Geld umzugehen. Für das Sackgeld sollten die Kinder etwas leisten und Ämtli haben. Ich finde es nicht gut, wenn die Kinder zu viel Sackgeld bekommen, der Geldbetrag sollte dem Alter entsprechend angemessen sein.

Ich finde es wichtig, dass Kinder einen Bezug zum Geld haben. Bei grösseren Wünschen muss man sparen, das Sackgeld soll aber vor allem zum Ausgeben da sein. Meiner Meinung nach müssen Kinder nichts für das Sackgeld leisten, bei guten Noten kann man sie belohnen. Meine Kinder mussten in der Kanti alle ihre Ausgaben selbst finanzieren, dafür habe ich ihnen einen Betrag in der Höhe eines Lehrlinglohns gegeben.

Viele Erwachsene in der Region teilen die Auffassung, dass es für Kinder wichtig ist, den Umgang mit Geld zu lernen («Tagblatt» vom 13. Juli). Kinder erhalten oft schon früh Sackgeld. Die Höhe des Betrages ist je nach Sprachregion in der Schweiz unterschiedlich. Erstaunlicherweise sparen Kinder mehr, als sie ausgeben, auch wenn ihnen die Eltern das Geld zur freien Verfügung stellen. Laut Katja Wiesendanger, Direktorin der Pro Juventute, stellt sich daher die Frage, ob Finanzerziehung sich stärker mit dem Konsum beschäftigen soll. Passanten nehmen Stellung zu den Fragen, ob das Sackgeld eine gute Methode ist, den Umgang mit Geld zu lernen und wie das Sackgeld genutzt werden soll. (vih)

Ursula Bryner, 54

Richard Häberli, 70

Hamzic Nevzad, 34

Marietta Imhof, 75