«Kiga-Göldi» mit 78 Jahren gestorben

ST. GALLEN. Er war nie Unternehmer, hat dennoch drei Rezessionen erlebt und die St. Galler Wirtschaft entscheidend mitgeprägt. Nun ist Jakob Göldi, ehemaliger Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft, am 21. März 78jährig, in St. Gallen gestorben.

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Jakob Göldi Ehemaliger Leiter Amt für Wirtschaft, 1937–2016 (Bild: Michel Canonica)

Jakob Göldi Ehemaliger Leiter Amt für Wirtschaft, 1937–2016 (Bild: Michel Canonica)

ST. GALLEN. Er war nie Unternehmer, hat dennoch drei Rezessionen erlebt und die St. Galler Wirtschaft entscheidend mitgeprägt. Nun ist Jakob Göldi, ehemaliger Leiter des kantonalen Amts für Wirtschaft, am 21. März 78jährig, in St. Gallen gestorben.

«Kiga-Göldi», ein gebürtiger Rheintaler, war 1971 als Chef des Industrie- und Gewerbeamts in die kantonale Verwaltung eingetreten. Dort hatte er die Weichen für eine Neuorganisation zu stellen. 1973 wurde das Amt mit dem Arbeits- und Patentamt zum Kantonalen Industrie-, Gewerbe- und Arbeitsamt, dem Kiga, zusammengelegt. Göldi wurde dessen Chef während rund 26 Jahren. Im November 1998 beschloss die Regierung die Aufteilung in ein Amt für Arbeit und ein Amt für Wirtschaft. Ab 1999 leitete Göldi das Amt für Wirtschaft. Mit dem Entscheid der Regierung tat sich «Kiga-Göldi» schwer, getröstet aber vom fast legendären Ruf, den sich das Amt geschaffen hatte.

Aufbau des RAV

Der Sennwalder Bürger zog in all den Jahren einige Feuerwehrübungen durch. Galt es zuerst Auswüchsen einer boomenden Wirtschaft zu begegnen, hiess es später die Folgen von Firmenschliessungen zu mildern. Damit verbunden war der Aufbau der regionalen Arbeitsvermittlungsstellen (RAV). Dass Göldi dabei auf privatwirtschaftliche Strukturen zurückgriff, trug ihm teilweise heftige Kritik ein.

Nanotechnologie gefördert

2002 trat er in den beruflichen Ruhestand. Als Verwaltungsratspräsident der Pizolbahnen AG amtete er 2003 im Seilbahnstreit zwischen Wangs-Pizol und Bad Ragaz erfolgreich als Mediator. 2007 setzte er sich erfolgreich für die Ansiedlung einer Chipfabrik mit 500 Arbeitsplätzen im alten Bergwerk Gonzen ein. (cz)