Kiesabbau für zehn Jahre gesichert

Karge Mondlandschaften sucht man im Kiesabbaugebiet Waldegg vergeblich, die Flächen werden fortlaufend renaturiert. Der Kiesabbau hat dieses Jahr erneut begonnen und wird während der kommenden zehn Jahre andauern.

Jolanda Riedener
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Das Areal im Vordergrund ist bereits mit Muttererde angereichert worden. Auf der Grünfläche wird weiter Kies abgebaut. (Bild: Jolanda Riedener)

Das Areal im Vordergrund ist bereits mit Muttererde angereichert worden. Auf der Grünfläche wird weiter Kies abgebaut. (Bild: Jolanda Riedener)

Eine erdige Landschaft mit ungefähr der Grösse eines Fussballfeldes erstreckt sich im Gebiet Waldegg, wo derzeit Kies abgebaut wird. Die Fläche im Grenzgebiet der Gemeinden Mörschwil/Goldach/Tübach ist fortlaufend aufgefüllt und geebnet worden. Gleich nebenan lässt die saftig grün leuchtende Wiese nicht erahnen, dass hier vor kurzem Kies abgebaut wurde. «Der Bauer hat die Wiese bereits zum ersten Mal wieder gemäht», sagt Matthias Züst, Geschäftsführer der Firma Gerschwiler AG, die für den Kiesabbau in der Waldegg verantwortlich ist.

Noch im Februar habe man hier, wo der Boden bereits wieder bewirtschaftet wird, in einer ersten Etappe rund zehn Meter tief Kies ausgehoben. Das erweiterte Kiesabbaugebiet Waldegg ist vor knapp einem Jahr von den Gemeinden bewilligt worden. Total rechnet Züst in diesem Gebiet mit einem Deponievolumen von 250 000 Kubikmetern. Bereits im 2003 ist weiter nördlich eine Bewilligung zum Kiesabbau erteilt worden, wo bis 2015 ein Volumen von circa 275 000 Kubikmetern abgebaut worden ist.

Landschaftsbild bewahren

Durch das etappenweise Vorgehen könnten karge Mondlandschaften vermieden werden. Der Boden kann zudem sofort nach dem Abbau wieder genutzt werden. So müssen während der Kiesgewinnung der nächsten zehn Jahre auch zwei Reihen Obstbäume dem Abbau weichen. Als Ersatz soll eine Allee entlang der Rorschacherstrasse gepflanzt werden.

Renaturierung ist aufwendig

Im im Jahr 2003 bewilligten Areal ist das Kiesvorkommen erschöpft, dort werden derzeit die letzten Gebiete renaturiert. Die Renaturierung sei die aufwendigste Herausforderung beim Kiesabbau: «Der Boden muss erst mit Aushubmaterial aufgefüllt und mit einer metertiefen Schicht nahrhafter Muttererde sowie etwa 30 Zentimeter Humus ergänzt werden, bevor die Wiese bepflanzt werden kann», erläutert Matthias Züst.

Mit Biotopen den Tieren helfen

Ein weiterer Bestandteil der Renaturierung ist die Erstellung von Biotopen, um der Tierwelt wieder ihren Lebensraum zurückzugeben. So ist ein Biotop von 750 Quadratmetern im nördlichen Kiesabbaugebiet nahe dem Bahngleis entstanden. Auch im aktuellen Kiesabbaugebiet wolle man wieder ein Biotop realisieren, sagt Züst.

Für die nächsten zehn Jahre sollte mit dieser Erweiterung der Kiesabbau gesichert sein. Danach suche man weitere Lösungen in der Region.