Keine Wittenbacher Einheitsgemeinde

Schulrat sieht keinen Mehrwert Ausgabe vom 29. Oktober 2015

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Ich war 16 Jahre Präsident der Primarschulgemeinde und hatte auch Einblick in viele andere Schulgemeinden. Die Diskussionen hatten wir damals schon mit dem damaligen Gemeindepräsidenten, und die Stimmbürger haben in einer Konsultativabstimmung klar Nein gesagt. Warum? Es gibt kein einziges stichhaltiges Argument für eine Fusion, mit Ausnahme, dass die Politische Gemeinde die bessere Kontrolle über die Investitionen der Schule hat. Aber auch hier gilt, dass viele Investitionen Sachzwängen unterliegen. Schule und Politische Gemeinde fusionieren wäre wie Novartis mit UBS zusammenlegen. Ich bemühte mich um eine «Gross-Schulgemeinde» mit Berg, Muolen, Häggenschwil und Wittenbach. Die Räte der umliegenden Gemeinden waren dagegen. Nun stellt sich verständlicherweise auch das OZ quer, womit die Übung ohnehin sofort abgebrochen werden muss. Das ist verantwortungsvoller Umgang mit Steuergeldern.

Es gibt keine Synergien mit der Politischen Gemeinde, Verwaltungsangestellte können nicht im Lehrerberuf eingesetzt werden und Schulleiter nicht in der Verwaltung. 90 Prozent der Kosten sind Personalkosten und da können keine Synergien erzielt werden. Ich befürchte, dass bei Übernahme der Schuladministration die Verwaltung aufgebläht wird, wie andernorts geschehen. In keiner fusionierten Gemeinde sind die operativen Kosten gesunken. Die Arbeitsbelastung des Gemeinderates steigt und der Schulratspräsident würde zum Vollprofi. Die Bürger bekommen nur noch die Rechnungsvorlage der Politischen Gemeinde, womit die Transparenz sinkt, wie bei der Ausgliederung des Kappelhof oder des Schwimmbades.

Deshalb Nein zur Einheitsgemeinde und Nein zu einer Projektgruppe.

Rolf Jermann Alt Primarschulratspräsident

Böhlstrasse 28, 9300 Wittenbach