(K)eine Verbindung zu Facebook

ST.GALLEN. Firmen und Verwaltungen sperren ihren Mitarbeitern den Zugang zu Internetseiten wie Facebook oder Hotmail. Wie sieht die Situation im Kanton St.Gallen aus?

René Rödiger
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In einigen Firmen gibt es keine stündlichen Statusupdates der Facebook-Freunde. (Bild: Keystone)

In einigen Firmen gibt es keine stündlichen Statusupdates der Facebook-Freunde. (Bild: Keystone)

Angestellte des Kantons St.Gallen kommen nicht auf Seiten wie Facebook & Co. «Wir haben festgestellt, dass diese Seiten übermässig viel genutzt worden sind und haben Massnahmen ergriffen», sagt Flavio Büsser, Generalsekretär des Finanzdepartements und zuständig für die Internetinhalte der Kantonsangestellten.

Gesunder Menschenverstand gefordert
Der Kanton macht regelmässig Auswertungen der häufig aufgerufenen Seiten der Mitarbeiter und entscheidet dann, ob eine Site gesperrt werden soll oder nicht. Büsser: «Bei solchen Entscheidungen ist ein gesunder Menschenverstand gefordert. Grundsätzlich gilt das gleiche wie beim privaten Telefon- oder Mailverkehr: Solange die Arbeit nicht darunter leidet wird es toleriert.»

Maildienste wurden denn auch noch nicht gesperrt. Aber man werde das Thema weiter beobachten: «Verschärfungen der Praxis sind immer möglich – wir können aber auch gewisse Einschränkungen wieder lockern.»

An die Selbstverantwortung appellieren
Lockerer sieht man die Sache bei Bühler Uzwil. «Bei uns können die Mitarbeiter auf alle Seiten im Netz zugreifen - mit Ausnahme von Sites mit pornografischen Inhalten», sagt Aline Anliker, Mitarbeiterin Corporate Communications. Bühler appelliere an die Selbstverantwortung der Mitarbeiter. «Die Praxis könnte bei Ressourcenproblemen neu überdenkt werden», sagt Anliker.

Gewisse Seiten gesperrt
Bei der Arbonia-Forster-Holding (AFG) in Arbon versuchen die Mitarbeiter vergebens auf Facebook oder Mailprogramme wie GMX oder Hotmail zu gelangen. «Wir haben gewisse Seiten gesperrt», bestätigt Regina Zingerli, Assistentin von Geschäftsführer Edgar Oehler.

Auffallend intensiv genutzt
Einige Sites seien auffallend intensiv genutzt worden, sagt Zingerli. Bei der AFG gibt es aber auch Fälle von «präventiven Sperrungen». «Wir analysieren den Webtraffic und entscheiden von Fall zu Fall», sagt Zingerli. Sie kann sich denn auch nicht vorstellen, dass diese Praxis wieder gelockert wird: «Diese Seiten bleiben gesperrt.»

Programm entscheidet über Sperrung
Die St.Galler Kantonalbank (SGKB) hat eine spezielle Software, die nach bestimmten Kriterien Seiten ausschliesst. Das Programm erkennt den Inhalt der Webseiten und entscheidet, ob die Site unter eine gesperrte Kategorie fällt. «Internet-Auktionen, Unterhaltung und weitere Seiten sind bei uns schon immer gesperrt gewesen», sagt Simon Netzle, Mediensprecher der SGKB.

Sicherheit ist oberstes Gebot
Bei einer Bank ist die Sicherheit oberstes Gebot und deshalb stehe eine Öffnung solcher Seiten auch nicht zur Diskussion. «Bei uns können die Mitarbeiter keine Filme auf dem PC anschauen oder Dateien herunterladen. Auch Mails mit bestimmten Inhalten oder Anhängen können nicht ohne weiteres empfangen oder verschickt werden», sagt Netzle.

Die Seite des St.Galler Tagblatts kann übrigens bei allen Firmen aufgerufen werden.

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