Keine Schönwetter-Tschutter

TÜBACH. Gestern morgen startete das Fussballturnier für Sonderschulinternate und Heilpädagogische Schulen im Kanton St.Gallen bei strömenden Regen. Nichtsdestotrotz spielten die 250 Kinder engagiert weiter, bis die Sonne zum Final schien.

Kathrin Reimann
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Der Regenschirm diente am Nachmittag nur noch als Accessoire. (Bild: Kathrin Reimann)

Der Regenschirm diente am Nachmittag nur noch als Accessoire. (Bild: Kathrin Reimann)

TÜBACH. Hoch emotional wurde gestern auf der Sport- und Freizeitanlage Kellen in Tübach ums runde Leder gekämpft. Die Teams kamen von Sonderschulinternaten und Heilpädagogischen Schulen aus dem ganzen Kanton. 24 Mannschaften, darunter zum erstenmal ein reines Frauenteam, wollten die 2. Raiffeisen-Trophy für sich entscheiden. Um zehn Uhr morgens und bei strömendem Regen trieben sie deshalb mit Herzblut den Ball nach vorne. «Das ist erstaunlich», sagt Organisator Heinz Alder, der ob des heftigen Regens anfänglich erschrocken war. «Doch den Kindern hat das überhaupt nichts gemacht, das sind eben keine Schönwetter-Tschutter», sagt er lachend.

Gleiche Chance für alle

Heinz Alder organisiert das Turnier bereits zum sechstenmal, allerdings wird es erst seit letztem Jahr von der Raiffeisen Goldach gesponsert und deshalb unter dem Namen «Raiffeisen Trophy» ausgetragen. «Bei den regulären Schüler-Meisterschaften hätten diese Kinder keine Chance», sagt Alder, der bis vor kurzem selbst im Sonderschulbereich gearbeitet hat. Deshalb wollte er diesen Kinder die gleichen Möglichkeiten eröffnen und stiess damit auf grosses Interesse. «Einige Schulen und Internate haben Fussball sogar als Freifach angeboten, damit die Kinder sich auf das Turnier vorbereiten können.»

Strahlendes Wetter zum Abend

Heinz Alder führte das Fussballturnier gemeinsam mit dem Sonderschulinternat Bad Sonder durch. Gespielt wurde während jeweils 14 Minuten. Die Teams à sieben Spielern traten in vier Kategorien gegeneinander an. Von den 250 Teilnehmern erhielt jeder eine Medaille. «Das ist ein schöner Anreiz, so ist jeder ein Sieger», sagt Heinz Alder. Trotzdem erhielt die jeweils beste Mannschaft einer Kategorie zusätzlich einen Pokal. «Ein noch besserer Anreiz», sagt Alder. Und so spielten die Fussballerinnen und Fussballer beherzt bis am Abend, bis, nachdem am Nachmittag der Regen aufgehört hatte, sogar noch die Sonne hervorkam und mit den glücklichen Siegern um die Wette strahlte.