Keine Prominenz an Guggennacht

Am Samstag fand die zwölfte Ausgabe der Engelburger Guggennacht statt. In diesem Jahr gab es einige Neuerungen. So traten diesmal die Guggen erstmals nicht gegeneinander an. Prominente Juroren zu finden, wurde immer schwieriger.

Stefan Feuerstein
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Die Guggen massen sich dieses Jahr erstmals nicht an einem Wettbewerb. Das Publikum amüsierte sich an der Guggenacht dennoch köstlich. (Bilder: Michel Canonica)

Die Guggen massen sich dieses Jahr erstmals nicht an einem Wettbewerb. Das Publikum amüsierte sich an der Guggenacht dennoch köstlich. (Bilder: Michel Canonica)

ENGELBURG. Am Samstagabend ging es in der Mehrzweckhalle hoch her. Rund 300 bunt gekleidete Guggerinnen und Gugger feierten gemeinsam mit circa 450 Zuschauern, viele von ihnen ebenfalls kostümiert: Vom strahlenden Ritter über den Nacktwanderer bis hin zu sexy Piratenbräuten war alles zu sehen. «Die Stimmung ist super», freute sich Diego von Mentlen, OK-Präsident und Mitglied der Engelburger Guggenmusik Chapf-Chläpfer, welche die Guggennacht jeweils organisiert.

Zwei Gründe gegen Wettkampf

Nachdem in den vergangenen elf Jahren jeweils auf Bewährtes gesetzt wurde, gab es nun bei der zwölften Ausgabe der Guggennacht einige Veränderungen. So wurde beispielsweise die Hallen-einrichtung komplett umgestellt: Wo früher die Guggen auftraten, konnten Besucherinnen und Besucher heuer in ruhigerer Umgebung in der Kaffeestube sitzen. Um den neun teilnehmenden Guggen trotzdem genügend Platz zur Verfügung stellen zu können, bauten die Organisatoren eine Bühne auf.

Eine weitere Anpassung betraf das Programm. War bisher der Wettkampf zwischen den Guggenmusiken jeweils das Highlight des Abends, wurde in diesem Jahr ganz darauf verzichtet. Wie Diego von Mentlen erklärte, gab es insbesondere zwei Gründe, aus welchen das OK in diesem Jahr auf den Wettkampf verzichtete: «Jede Gugge spielt anders. Ihr Spiel wirklich zu bewerten und miteinander zu vergleichen ist kaum möglich.» Der zweite Grund liege bei der Zusammenstellung der Jury, in der bereits Bekanntheiten wie Monika Fasnacht, Amanda Ammann oder Toni Brunner sassen. «Es war jeweils sehr schwierig, prominente Gäste für dieses Amt zu finden. Gerade da man ja nicht immer die gleichen in der Jury haben will», so von Mentlen.

Freude am Spiel

Wie der OK-Präsident ausführte, habe er im Vorfeld der Veranstaltung kaum Rückmeldungen dazu erhalten, dass das Programm der Guggennacht angepasst wurde, und auch die Anzahl der angemeldeten Guggen habe sich nicht verändert: «Es ist möglich, dass der Wettkampf einigen viel Spass machte, andererseits scheint er aber trotzdem nicht so wichtig.»

Dass heuer bloss die Freude an der Musik zählte, kam bei den Guggen während des Abends aber offensichtlich gut an. Direkt darauf angesprochen, erklärte Eric Droz, Guggenchef der Schlosshüüler Bürglen, dass er den Verzicht auf den Wettkampf sehr schätze: «Ich finde es gut, dass sie damit aufgehört haben. Man kann Guggenmusik einfach nicht fair bewerten und das Fest wird genauso gut.» Auch für Angela und Melanie Geisser von den Sittärä-Chlöpfern Bernhardzell steht die Freude am Spiel im Vordergrund. «Wir freuen uns das ganze Jahr auf den Auftritt bei unseren Nachbarn», so die beiden Schwestern. «Vielleicht war der Wettkampf ein zusätzlicher Motivator, wir geben aber immer unser Bestes.»

Rückkehr möglich

Ob es in Zukunft wieder einen Wettkampf geben wird, ist ungewiss. «Wir wollen vorerst darauf verzichten, es ist aber nicht ausgeschlossen, dass wir wieder einen Wettkampf veranstalten. Erneute Anpassungen dürfte es aber frühestens in drei Jahren geben», so von Mentlen.

Weitere Bilder: www.tagblatt.ch

Guggennacht Mehrzweckhalle (Bild: Michel Canonica (Michel Canonica))

Guggennacht Mehrzweckhalle (Bild: Michel Canonica (Michel Canonica))