Keine Opposition gegen Hafengebäude

RORSCHACH. Die Stadt plant ein neues Hafengebäude auf dem Hafenplatz. Ein schlichter, einstöckiger Bau soll es werden. Ein Bau, der am Stadtapéro nicht kritisiert wurde. Im Gegenteil. Die meisten Votanten bezeichneten den Bau als schön.

Marianne Bargagna
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Das pavillonähnliche Hafengebäude wird ins auslaufende, dreieckförmige Platzende zum Kornhaus hin eingepasst. (Bild: pd)

Das pavillonähnliche Hafengebäude wird ins auslaufende, dreieckförmige Platzende zum Kornhaus hin eingepasst. (Bild: pd)

Der Anteil der Stadt am 3,359 Millionen Franken teuren Gebäude beträgt 2,44 Millionen Franken. Über diesen Betrag stimmen die Rorschacherinnen und Rorschacher am 22. September an der Urne ab. Sagen sie Ja, werde das Baugesuch innert Monatsfrist aufgelegt, sagt Stadtschreiber Bruno Seelos.

Ein Wasserspiel

Ein Baugesuch für ein Gebäude, über das am Stadtapéro vom Montagabend Stadtpräsident Thomas Müller und Architekt Hubert Bischoff informierten (Tagblatt 27. 8. 2013). Ein «bescheidenes Gebäude», sagte der Architekt, auf «dem wichtigsten Platz am St. Galler Bodenseeufer», sagte der Stadtpräsident. Ein Platz, für den Müller auch schon eine weitere Gestaltungsidee hat. «Ein Wasserspiel, ähnlich jenem vor dem Bundeshaus», sagte er schmunzelnd. Noch ist das aber nur eine Idee, konkret ist hingegen das Projekt für das neue Hafengebäude. Und mit diesem verbunden die Platzgestaltung. Müller wies darauf hin, dass die heutigen Parkplätze auf dem Hafengelände aufgehoben würden, sobald die öffentliche Parkgarage der Überbauung Seehof in Betrieb sei. Müller rechnet damit, dass dies ab Mitte 2016 der Fall sein könnte.

Pavillon und Kornhaus

Vorerst geht es aber um das Hafengebäude. Rorschacherinnen und Rorschacher, die sich am Montag zu Wort meldeten, bezeichneten dieses als schön. Ein Rorschacher sagte aber auch, er hoffe, dass, wenn das Gebäude gebaut werde, auch beim Pavillon etwas gemacht werde. Müller nickte und sagte: «Beim Gastropavillon stehen Erneuerungen an.»

Zur Sprache kam zudem das Kornhaus. Ein Votant befürchtet, dass, wegen des Hafengebäudes, ein Gastrobetrieb im Kornhaus «begraben» werde. Müller warnte davor, die beiden Projekte gegeneinander auszuspielen. Und wies darauf hin, dass ein Umbau des Kornhauses mehrere Millionen Franken kosten werde. Und dass Wirte davon abgeraten hätten, im Gewölbekeller des Kornhauses einen Gastrobetrieb einzurichten.

Willkommene Lösung

Apropos Gastrobetrieb: Die Kosten von 820 000 Franken für den Ausbau des Betriebes im neuen Hafengebäude übernimmt die Brauerei Schützengarten AG. «Für uns eine willkommene Lösung», sagte Müller mit einem Seitenblick auf das enge finanzielle Korsett der Stadt. 2000 Franken Miete wird die Schützengarten AG pro Monat zahlen. Der Mietvertrag sei für die Dauer von zehn Jahren abgeschlossen mit der Option, ihn zweimal jeweils um fünf Jahre zu verlängern. Vermietet wird auch der Raum für den Hafenmeister und den Zoll. Das Gebäude wird also Eigentum der Stadt bleiben.

Wer wird das Restaurant betreiben? Eine Frage, welche die Rorschacher beschäftigt. So wollte eine Votantin wissen, ob die Pacht ausgeschrieben werde. Eher nein, sagte Peter Schefer von der Brauerei Schützengarten AG und fügte an, dass sich aber jeder Interessent melden könne. Ein Votant wollte wissen, ob die Pacht bereits René Engler von «Englers am See» versprochen sei. «Nein», sagte Schefer. «Gespräche mit Interessenten würden erst nach einem Ja zur Abstimmungsvorlage geführt.»