Keine Köche mehr im «Kreuz»

Die Zukunft des Restaurants Kreuz in Winkeln ist offen, seit sich die Pläne mit dem Spanischen Klubhaus zerschlagen haben. Nur eines ist sicher: Als Restaurant wird es nicht mehr betrieben.

Christina Weder
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Das Restaurant Kreuz in Winkeln könnte zum Quartiertreff werden. Der Quartierverein klärt derzeit die Bedürfnisse dafür ab. (Bild: Hanspeter Schiess)

Das Restaurant Kreuz in Winkeln könnte zum Quartiertreff werden. Der Quartierverein klärt derzeit die Bedürfnisse dafür ab. (Bild: Hanspeter Schiess)

Fast wäre aus dem Restaurant Kreuz in Winkeln ein Quartierrestaurant mit spanischem Ambiente geworden. So hatte es die Stadt als Eigentümerin vorgesehen. Sie wollte das «Kreuz» dem Spanierverein Hogar Español zur Verfügung stellen, machte dann aber im vergangenen Dezember einen Rückzieher. Die Kosten für die anstehende Sanierung seien zu hoch, begründete Stadträtin Patrizia Adam damals. Der Einbau einer neuen Küche samt Lüftung sei zu teuer, zumal das «Kreuz» in einigen Jahren einem Neubau weichen müsse.

An Interesse mangelt es nicht

So kommt es, dass die Zukunft des Restaurants Kreuz noch immer offen ist. Das Lokal steht leer, seit die ehemalige Wirtin vor zwei Jahren in Pension gegangen ist. Nur die Guggenmusik nutzt es noch als Proberaum. Dass die Liegenschaft zurzeit kaum genutzt wird, scheint aber nicht an mangelndem Interesse zu liegen.

Serafina De Stefano, die Leiterin des städtischen Liegenschaftenamts, hat in den vergangenen Monaten viele Anfragen von Personen erhalten, die das «Kreuz» als Restaurant weiterbetreiben wollen. Doch für sie ist das keine Option mehr, seit das Vorhaben mit den Spaniern an den Kosten gescheitert ist. «Der Betrieb als Speiserestaurant mit Küche ist aus finanziellen Gründen nicht mehr möglich», sagt sie.

Quartierverein hat Priorität

Der Leiterin des Liegenschaftenamts schwebt eine andere Nutzung vor: «Für uns hat Priorität, eine Lösung mit dem Quartierverein Winkeln zu finden.» Die Idee ist, dass sich verschiedene Vereine aus Winkeln zusammenschliessen und das «Kreuz» gemeinsam nutzen. Neben der Guggenmusik könnten dies etwa die Pfadi, ein Kegelclub oder die Männerriege sein.

Anfang Juli hat im Quartier eine Infoveranstaltung zur künftigen Nutzung des Restaurants Kreuz stattgefunden, zu der rund 30 Personen kamen. Der Quartierverein hat sich dabei anerboten, die Schlüsselverwaltung und Reservation der Räume zu übernehmen. Noch unklar ist allerdings, ob die Vereine im Quartier überhaupt so grossen Raumbedarf haben. Denn das «Kreuz» umfasst neben dem Saal und der Kegelbahn auch die alte Wirtewohnung, Sitzungszimmer und diverse Lagerräume.

Arbeitsgruppe wird gegründet

Nun liegt der Ball beim Quartierverein. Dessen Präsident Ramon Gubelmann plant, eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der verschiedenen Vereine im Quartier zu gründen. «Noch sind nicht alle Bedürfnisse abgeklärt», sagt er. Auch die Gründung eines Quartiercafés sei noch nicht vom Tisch. Zudem wird sich die Arbeitsgruppe mit der Kostenfrage befassen müssen. Denn die Stadt will das «Kreuz» nicht gratis zur Verfügung stellen.

Bis im September erwartet Serafina De Stefano Bescheid vom Quartierverein. Sollte dieser positiv ausfallen, würde die Stadt das Nötigste instand stellen und die Sanierung auf ein Minimum beschränken. Bei einem negativen Bescheid müsste sich die Stadt erneut auf die Suche nach einem Mieter fürs «Kreuz» machen.