Keine Gitter in Gotteshäusern

Der vordere Teil des Klosters Grimmenstein ist durch ein Gitter abgesperrt, um Langfingern den Zutritt zu verwehren. Auch in der Region kennt man das Problem, doch ist ein Gitter kein Thema. Es gibt andere Vorsichtsmassnahmen.

Christoph Renn
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Die Mesmer kennen die Gefahr von Diebstahl und schauen, dass Geld nicht zu lange unbeaufsichtigt in den Gotteshäusern liegt. (Bild: Michel Burtscher)

Die Mesmer kennen die Gefahr von Diebstahl und schauen, dass Geld nicht zu lange unbeaufsichtigt in den Gotteshäusern liegt. (Bild: Michel Burtscher)

REGION. Diebe machen auch vor Gotteshäusern nicht halt. Es kommt immer wieder zu aufgebrochenen Opferkässeli oder Vandalismus an Kirchen. Auch in Rorschach und Goldach sind die Kirchen vor solchen Delikten nicht sicher. Doch die Mesmer kennen die Gefahr und schauen, dass das Geld nicht zu lange unbeaufsichtigt in den Gotteshäusern liegt. Deshalb sind auch die Deliktsummen jeweils tief. Jedoch belaufen sich die Sachschäden auf mehrere hundert Franken.

Das Kloster Grimmenstein in Walzenhausen will den Einbrechern zuvorkommen. Deshalb ist der vordere Teil nun durch ein Gitter abgesperrt (Ausgabe vom 9. April).

Ein akutes Problem sehen die hiesigen Kirchgemeindepräsidentinnen und -präsidenten nicht. Doch treffen auch sie gewisse Vorsichtsmassnahmen.

Aufgebrochene Opferkässeli

Obwohl auch in Rorschach und Goldach die Kirchen nicht zu 100 Prozent vor Langfingern sicher sind, ist für die Kirchgemeindepräsidentinnen und Präsidenten eines klar: Ein Gitter ist in ihren Kirchen kein Thema. Für Barbara Kündig, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Rorschach, kommt «ein Gitter oder jegliches Absperren im Kirchenraum nicht in Frage. Unsere Kirche ist eine offene Kirche und soll es auch bleiben.» Seit sie im Amt sei, habe es in keiner der Liegenschaften und auch in der Kirche keinen Einbruch gegeben, sagt Kündig.

Ähnlich beurteilt Lidia Bollhalder, Präsidentin der Evangelischen Kirchgemeinde Goldach, den Bau eines Gitters. Im Unterschied zu Barbara Kündig weiss sie jedoch von Delikten zu berichten. Geld wurde in der Kirche zwar nicht gestohlen. «Es ist aber schon vorgekommen, dass leere Opferkässeli aufgebrochen wurden», sagt Bollhalder. Zudem sei es vor einigen Jahren im Turmhof bei der Kirche Goldach zu Vandalismus gekommen. Damals wurden die farbigen Glasscheiben mutwillig zerschlagen oder der Kitt heraus gekratzt.

Videoüberwachung installiert

In den vergangenen Jahren sei es in Goldach zudem zweimal zu Einbrüchen in die Büroräumlichkeiten gekommen. Laut Lidia Bollhalder wurde dabei nichts gestohlen, der Sachschaden war allerdings enorm. «Aufgrund dieser Vorfälle haben wir im Turmhof eine Videoüberwachung installiert.» Und noch etwas mache es Einbrechern schwieriger: «Die Umgebung der Kirche ist auch in der Nacht gut beleuchtet. Weitere Massnahmen, wie ein Gitter, sind bei uns deshalb kein Thema.»

Präsenz der Mesmer ist wichtig

Auch der Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Rorschach, Stefan Meier, weiss von Diebstählen zu berichten. So wie in diesem Frühjahr, als an einem frühen Montagabend unbekannte Täter beide Opferstöcke aufgebrochen und daraus das gespendete Geld – 50 Franken – entnommen haben (Ausgabe vom 4. Februar). Der Sachschaden belief sich auf rund 400 Franken.

Vandalen habe es in den vergangenen Jahren weniger gegeben, so Meier weiter. Er möge sich lediglich an ein Graffiti erinnern. Auch für ihn ist ein Gitter wie im Kloster Grimmenstein kein Thema. «Unsere Mesmer schauen aber regelmässig nach den Kirchen. Diese Präsenz ist wichtig.»

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