Keine Bäderverbilligung für Städter

Der Eintritt in städtische Bäder soll für St. Galler billiger sein als für Auswärtige, findet ein Stadtparlamentarier. Der Stadtrat aber steht dem Einheimischentarif kritisch gegenüber.

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Arboner zahlen für «ihr» Strandbad weniger als auswärtige Besucher. Die Gemeinde ermöglicht einen sogenannten «Einheimischentarif». In St. Gallen gibt es diese Ermässigung für Städter nicht, wie Stadtparlamentarier Stefan Rosenblum (CVP) kürzlich in einer Einfachen Anfrage bemerkte. Er wollte wissen, warum St. Galler in städtischen Bädern den vollen Preis bezahlen, während umliegende Gemeinden ihren Einwohnern vergünstigte Tickets anbieten.

Es erscheine «verständlicherweise auf den ersten Moment störend», wenn Auswärtige zu günstigeren Bedingungen in städtischen Bädern kämen, schreibt der Stadtrat nun in seiner Antwort. Es sei allerdings zu beachten, dass die auswärtigen Besucher durch die Eintrittsgelder einen Beitrag an die hohen Fixkosten der Bäder leisteten und damit den städtischen Haushalt entlasteten.

Die Frage der Einheimischen-tarife müsse im grösseren Zusammenhang gesehen werden. Der eingeschlagene Weg über die angemessene Abgeltung der zentralörtlichen Leistungen sei «wesentlich wirkungsvoller und zukunftsträchtiger» als die Einführung eines Einheimischentarifs. Dies komme daher aus Sicht des Stadtrates nicht in Frage. Die Idee stehe auch «im Gegensatz zur Rolle und zum Verständnis einer Hauptstadt, welche sich als offen und besucherfreundlich» darstellen wolle.

Auch technische Gründe würden gegen die Einführung einer Verbilligung für Städter sprechen. Würden die Preise verbilligt, müsste der Steuerzahler dafür aufkommen, «was aber den Finanzierungsschlüssel Stadt/Region nicht verändern würde». Würde man hingegen die Preise für Auswärtige erhöhen, sei zu befürchten, dass diese dann auf «andere Angebote» ausweichen würden. Zudem würde die Einführung eines Einheimischentarifs gemäss Stadtrat einen «unverhältnismässigen Verwaltungsaufwand» nach sich ziehen. (rst)