Kein verlorenes Jahr

Chance Lange war Sandrine Benz krank, danach entzündete sich ihr Knie. Doch trotz der Trainingspause konnte die Triathletin in diesem Sommer neue Reize setzen.

Raya Badraun
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Sandrine Benz hat sich diese Saison ganz anders vorgestellt. Erstmals wollte die St. Gallerin als Profi-Triathletin an Europacup-Rennen teilnehmen. Um mehr trainieren zu können, reduzierte sie gar ihr Pensum als Sportlehrerin auf 60 Prozent. Zum Début kam es bisher jedoch noch nicht. Den letzten Formaufbau verpasste die Steinacherin aufgrund einer hartnäckigen Virusinfektion. Wochenlang machte sie keinen Sport. Ihre Welt stand still.

Erst Ende Mai startete Sandrine Benz wieder mit dem Training. Nach der langen Pause war der Ehrgeiz jedoch zu gross. Nach einem Lauf über zwei Stunden entzündete sich ihr Knie, welches bereits einmal operiert wurde. Erneut musste sie sich im Training schonen. Statt zu laufen, stieg sie öfters auf das Rennvelo. Trotz allem erreichte sie Ende Juli ihre Wettkampfform. An Europacup-Rennen konnte sie sich jedoch nicht mehr mit der Konkurrenz messen. Die Wettkämpfe hatte sie verpasst. Deshalb startete sie in den vergangenen Wochen vor allem auf nationaler Ebene.

Mit dem Trainer per Mail oder Skype in Kontakt

«Es ist kein verlorenes Jahr», sagt Sandrine Benz. «Ich sehe es als Zwischenjahr, um den Sprung nach vorne zu schaffen.» Denn trotz den gesundheitlichen Problemen konnte die Ostschweizerin in den vergangenen Wochen neue Reize setzen. Das hat sie vor allem ihrem Trainer Dan McIntosh zu verdanken, der sie seit Juni trainiert. Davor arbeitete Sandrine Benz zwei Jahre mit Robbie Haywood zusammen. Dieser hatte jedoch für die ehrgeizigen Ziele der 32-Jährigen zu wenig Zeit. Deshalb legte er ihr einen Wechsel nahe. Dieser verlief nahtlos. Sowohl Robbie Haywood als auch Dan McIntosh gehören zur Trainergruppe von Brett Sutton, dem Betreuer von Olympiasiegerin Nicola Spirig. Die Trainingsmethoden sind deshalb identisch.

Auch die Zusammenarbeit verläuft wie bisher per Mail oder Skype. Zwischendurch schickt sie dem Amerikaner auch Videos vom Training. Dieses unterscheidet sich komplett von früher. Nach den vielen Wiederholungen in den vergangenen Jahren bringt Dan McIntosh nun frischen Wind in den Alltag von Sandrine Benz. Zudem fordert der frühere Triathlet deutlich mehr von ihr. «Er kennt mein Ziel und weiss, was es dafür braucht», sagt Sandrine Benz. Um im Europa- und später auch im Weltcup mithalten zu können, muss sie sich vor allem im Schwimmen, ihrer schwächsten Disziplin, steigern. Ihr Pensum im Wasser hat sie deshalb von 10 bis 12 km pro Woche auf 20 bis 25 km erhöht.

Über den Winter am Schwimmen arbeiten

In den vergangenen Rennen hat Sandrine Benz bereits erste Fortschritte bemerkt. Um weiter zu wachsen, hat sie nun ihre Wettkampfsaison beendet. «Ich nehme mir bewusst viel Zeit, um über den Winter weiter am Schwimmen zu arbeiten», sagt die St. Gallerin. Im kommenden Jahr soll dann alles anders werden.