Kein Urteil im Sarganser Pizza-Fall

ST.GALLEN. Weil er 2006 bei einem Streit um sechs Pizze einen Arbeitskollegen in Sargans verprügelte und mit einem Messer schwer verletzte, hat sich ein 25-jähriger Mazedonier am Mittwoch vor dem Kantonsgericht St. Gallen verantworten müssen. Das Gericht fällte kein Urteil.

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Beim Streit um sechs Pizze wurde 2006 ein Mann in Sargans verprügelt und mit einem Messer schwer verletzt. (Bild: Keystone/Archiv)

Beim Streit um sechs Pizze wurde 2006 ein Mann in Sargans verprügelt und mit einem Messer schwer verletzt. (Bild: Keystone/Archiv)

Insgesamt schon zum vierten Mal hat am Mittwoch ein Gericht den sogenannten Pizza-Fall beurteilt - und jetzt zieht sich der Prozess mindestens bis nach den Sommerferien weiter in die Länge. Das Gericht will ein Gutachten einholen, wie eine Mitarbeiterin des Kantonsgerichts St.Gallen am Donnerstag auf Anfrage der SDA sagte.

Das Gericht fällte keinen Entscheid. Der Angeklagte war kein Einzeltäter; drei Mittäter sind bereits rechtskräftig verurteilt.

Albaner schwer verletzt
Die vier Männer hatten 2006 beim Bahnhof Sargans auf ihr Opfer, einen Albaner, eingeschlagen, ihn mit den Füssen getreten und mit einem Messer auf den bereits wehrlos am Boden liegenden Mann eingestochen. Das Opfer überlebte nur dank glücklicher Umstände.

Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland sprach den Mazedonier 2007 der versuchten vorsätzlichen Tötung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren. Die St.Galler Staatsanwaltschaft hatte eine Strafe von sieben Jahren gefordert.

Langer Prozess
Der Mazedonier zog das erstinstanzliche Urteil weiter an das Kantonsgericht St.Gallen. Dieses sprach den Mann 2008 vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung frei und verurteilte ihn wegen schwerer Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.

Gegen dieses Urteil appellierte die Staatsanwaltschaft und zog das Urteil vor das Bundesgericht. Die Richter in Lausanne wiesen die Strafsache zur Neubeurteilung ans Kantonsgericht St.Gallen zurück, das den Pizza-Fall am Mittwoch verhandelte. Jetzt kommt es zu einer weiteren Verhandlung vor Kantonsgericht; wann, ist noch offen. (sda)

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