Kein Mann für den Stadtrat

«Er lässt sich nicht veräppeln», 5.9.2012, und «Was macht den Stadtrat aus?», Leserbrief, 8.9.2012

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«Er lässt sich nicht veräppeln»,

5.9.2012, und

«Was macht den Stadtrat aus?», Leserbrief, 8.9.2012

Den sehr guten Leserbrief von Ludwig Weibel aus Gossau muss ich absolut unterstützen und erweitern. Auffallend ist bei SVP-Stadtratskandidat Markus Straub die Fähigkeit, sein Berufsbild je nach Bedarf zu wechseln wie ein Chamäleon seine Farbe. Früher hat er sich als Holzfachmann vorgestellt, dann als Flugzeugmechaniker, danach als diplomierter Facility-Manager, und neuerdings ist er nun Immobilien-Ökonom.

Dass Markus Straub zur aussterbenden Spezies gehöre, welche ihre Freizeit opfere im besten Bürgersinn für Politik und Vereine, ist geheuchelt. Die SVP hat längst eine Marktlücke entdeckt. Sie nutzt es aus, dass viele Vereine daran kranken, dass die Mitglieder nur noch schwer zur Mitarbeit im Vorstand zu gewinnen sind. Hier setzt die SVP ein, nicht aus Nächstenliebe, sondern nur für den Stimmenfang. Dabei sind die Vertreter der Partei wählerisch. Sie suchen Vereine mit möglichst grossem Bekanntheitsgrad aus, wie zum Beispiel den Naturschutzverein mit etwa 3000 Mitgliedern oder die Knabenmusik mit einer enorm grossen Fangemeinde dank früherer sehr guter Führung und Leistung.

In der Tagblatt-Homestory versucht Markus Straub, der Linken mit dem total unfairen Vergleich mit Griechenland zu schaden. Es muss für die SVP ein grosser Schrecken gewesen sein, als Baden-Württemberg links-grün gewählt hat. Dass sich Herr Straub ärgert, weil der Parteilose Markus Buschor sich als Stadtratskandidat angemeldet hat, sagt mehr über ihn selbst aus als über den kritisierten Konkurrenten. Weil das sonst recht stark SVP-freundliche Rheintal Markus Straub nicht zum Stadtpräsidenten von Altstätten gewählt hat, versucht er jetzt im Stadtrat von St. Gallen unterzuschlüpfen. Für was? Wir verfügen über qualifizierte Kandidaten.

Als praktizierender Katholik gehöre ich zwar keiner Partei an, um freier zu schreiben. Ich stehe jedoch politisch Mitte-links. Meine Wahlzettel beginnen kommunal, kantonal und national immer mit Kandidatinnen und Kandidaten der CVP (CSP), gefolgt von solchen der SP und der Grünen. Der Einsatz für unsere Sozialwerke und für die Umwelt ist für mich ein hoher christlicher Wert.

Josef Eigenmann

Lilienthalstrasse 1, 9015 St. Gallen