«Kein Chnorzi und kein Schnori»

Peter Aebli aus Engelburg ist mit Leib und Seele Kaminfeger. Auf Anfang 2013 übernimmt er zu seiner jetzigen Arbeit in Gaiserwald jene im Kreis Rotmonten-Heiligkreuz-St. Fiden. Kaminfeger müssten umgängliche Typen sein, sagt er.

Gisela Tobler
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Hat seinen Traumberuf gefunden: Kaminfegermeister Peter Aebli aus Engelburg. (Bild: Gisela Tobler)

Hat seinen Traumberuf gefunden: Kaminfegermeister Peter Aebli aus Engelburg. (Bild: Gisela Tobler)

ENGELBURG. Keine Sorge, die Hausbesitzer der Gemeinde Gaiserwald können sich auch in Zukunft auf ihren zuverlässigen und freundlichen Kaminfegermeister verlassen. Seine neue Aufgabe als einer von drei Kreiskaminfegermeistern der Stadt St. Gallen wird Peter Aebli zusätzlich übernehmen. «Das geht schon», sagt er, «ich habe noch freie Kapazitäten. Ausserdem wird Andreas Altherr, der Mitarbeiter meines Vorgängers Paul Steiner, auch mir künftig zur Seite stehen und dafür sorgen, dass die Kunden weiterhin tadellos betreut werden.»

Fachausweis erforderlich

Wie wird man Kreiskaminfegermeister der Stadt St. Gallen? Peter Aebli lacht und erklärt: «Indem man über den erforderlichen Fachausweis verfügt, sich ordnungsgemäss auf die ausgeschriebene Stelle bewirbt und das Glück hat, gewählt zu werden.» Mit seinen Kollegen Roland Breitenmoser (Kreis Westen) und Hans Zürcher (Kreis Osten) ist Peter Aebli ab Januar 2013 für die Reinigung der wärmetechnischen Anlagen der Stadt St. Gallen verantwortlich.

Reinigung und Kontrolle

Das Kaminfegerwesen ist dem Gesetz über den Feuerschutz unterstellt. Der Kaminfeger reinigt nicht nur, sondern kontrolliert auch, ob die Vorschriften der Feuerschutzkommission eingehalten werden. Stellt er bei einer Anlage Mängel fest, hat er diese sowohl dem Gebäudeeigentümer als auch der Feuerschutzkommission mündlich und schriftlich zu melden. Ausserdem ist er verpflichtet, eine Reinigungsfristenkontrolle sämtlicher Feuerungsanlagen in seinem Kreis zu führen. Einzig Gebäude, die ihre Energie aus einer Wärmepumpe beziehen, brauchen keinen Kaminfeger.

Bis acht Häuser pro Tag

Peter Aebli ist mit Leib und Seele Kaminfeger. «Ja, ich habe wirklich meinen Traumberuf gefunden», sagt er, «am besten gefällt mir, dass man nicht den ganzen Tag am selben Ort seine Arbeit verrichtet und mit vielen Leuten in Kontakt kommt.» Oft besucht Peter Aebli an einem Tag sechs bis acht verschiedene Häuser. Man müsse schon ein umgänglicher Typ sein, «kein Chnorzi und kein Schnori. Das mögen die Leute nicht». Ausserdem sei Verschwiegenheit oberstes Gebot, denn im Gespräch mit den Kunden bringe man doch allerlei in Erfahrung, das nicht zum Weitererzählen bestimmt sei.

Seit 1999 in Gaiserwald

Peter Aebli ist in Speicher aufgewachsen, wo er bis heute im Musikverein die Bassposaune bläst. Die Kaminfegerlehre hat er in Trogen gemacht, und dann, von 1996 bis 1998, nach einigen Lern- und Wanderjahren, den Meisterfachkurs absolviert, der ihn zur Führung eines eigenen Betriebs befähigt. Im Juni 1999 ist er nach Gaiserwald gekommen, wo der mittlerweile 40-Jährige mit seiner Ehefrau und den vier Kindern im eigenen Haus in Engelburg wohnt.

In der angegliederten Werkstatt werden Reparaturen ausgeführt. Dort hält sich auch der vierjährige Manuel gerne auf, um seinem Vater und dem Lehrling Yannick bei der Arbeit zuzusehen. Manchmal darf er auch schon selber Hand anlegen. Und auf die Frage, was er denn später mal werden möchte, antwortet der Sohn postwendend und mit strahlenden Augen: «Kaminfeger!»

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